Bei Kurkuma entscheidet die Fütterung über die Aufnahme. Die Curcuminoide gehen nur mit Fett in den Körper – ein Esslöffel Öl im Futter ist bei dieser Wurzel keine Feinheit, sondern die Voraussetzung. Beim Pferd wird Kurkuma für die Verdauung und den Gallefluss eingesetzt, und in unseren Mischungen steht sie für den Bewegungsapparat.
Auf einen Blick
- Verwendet wird der Wurzelstock – Curcumae longae rhizoma, botanisch keine Wurzel
- Die Aufnahme ist fettabhängig – deshalb mit etwas Öl füttern
- Eingesetzt bei Verdauungsbeschwerden und leichter Gallendysfunktion; zugeschrieben wird ihr außerdem eine entzündungshemmende Eigenschaft
- Die Curcuminoide sind die Farbstoffe – man sieht der Ware an, ob sie welche hat, und das Arzneibuch misst nach
- In vier Mischungen: ARTHRO-PLUS, GELENKAKTIV, SEHNENSTARK und LEBERWOHL – und in drei Bundles
- Eine einzige Gegenanzeige wird genannt: Verschluss der Gallenwege
- Lichtgeschützt lagern – die Curcuminoide bleichen aus
Steckbrief
| Drogenbezeichnung | Curcumae longae rhizoma – der Wurzelstock |
|---|---|
| Familie | Ingwergewächse (Zingiberaceae) |
| Weitere Namen | Gelbwurz, Safranwurz, Turmeric |
| Charakteristisch | Curcuminoide – gleichzeitig Leitstoffe und Farbstoffe; dazu ätherisches Öl mit Turmeronen |
| Verwendung beim Pferd | Verdauungsbeschwerden und leichte Gallendysfunktion; in Mischungen für den Bewegungsapparat |
| Arzneibuchprüfung | Ja – mit Mindestgehalt an Curcuminoiden, geprüft an jeder Charge |
| Herkunft | Südasien – Indien und Indonesien |
| Gegenanzeige | Nicht bei Verschluss der Gallenwege |
Die Kurkumapflanze
Kurkuma ist eine Staude aus der Verwandtschaft des Ingwers – große, längliche Blätter, bis etwa einen Meter hoch, mit einem unterirdischen Wurzelstock, der beim Anschneiden kräftig orange leuchtet.
Dieser Wurzelstock ist die Droge, und botanisch ist er keine Wurzel, sondern eine Sprossachse, die unter der Erde wächst – wie beim Ingwer. Deshalb steht auf unseren Etiketten Kurkumawurzelstock und nicht Kurkumawurzel: Es ist ein anderer Pflanzenteil, und bei Drogen entscheidet der Pflanzenteil (Arzneibuchqualität bei Kräutern).
Kurkuma: vier Jahrtausende und eine Farbe
In Indien gehört Kurkuma seit mehreren tausend Jahren zum täglichen Leben – als Gewürz, als Färbemittel und in der ayurvedischen Heilkunde. Über die Gewürzrouten kam sie nach Europa, lange bevor die Phytotherapie sie für sich entdeckte. Der deutsche Name sagt, was an ihr auffiel: Gelbwurz. Und Safranwurz hieß sie, weil sie als der billigere Farbstoff galt.
Die Farbe ist bei Kurkuma die halbe Auskunft
Die Curcuminoide sind gleichzeitig die Leitstoffe und die Farbstoffe. Das ist bei Arzneidrogen selten und hier ein Glücksfall: Gutes Kurkuma ist tief orange-gelb – blasse, bräunliche Ware hat entweder von Anfang an wenig mitgebracht oder im Licht verloren.
Die andere Hälfte der Auskunft liefert das Arzneibuch, das einen Mindestgehalt an Curcuminoiden festlegt und an jeder Charge prüfen lässt. Das Auge erkennt die Richtung, die Analyse die Zahl – und bei dieser Droge kommt noch die Lagerung dazu: Kurkuma gehört lichtgeschützt, sonst bleicht genau der Stoff aus, auf den es ankommt.
Die Ölfrage bei Kurkuma
Das ist die einzige Fütterungsregel, die bei dieser Droge wirklich etwas ändert: Die Curcuminoide sind fettlöslich und werden nur mit Fett aufgenommen. Ohne Öl im Futter bleibt ein großer Teil dessen, was man bezahlt hat, unbenutzt.
Ein Esslöffel genügt
Es geht nicht um die Menge Fett, sondern darum, dass überhaupt Fett dabei ist. Ein Esslöffel Öl, unter das angefeuchtete Futter gerührt, reicht – und Öl ist in der Pferdefütterung ohnehin ein üblicher Bestandteil, der in ganz anderen Mengen gegeben wird.
Das Anfeuchten lohnt bei unseren Mischungen doppelt, weil es gleichzeitig die Schleimstoffe der anderen Drogen aufschließt. Deshalb steht der Hinweis auf jeder Produktseite, auf der Kurkuma vorkommt.
Und das passt beim Pferd besonders gut
Das Pferd bildet Galle ununterbrochen, weil es keine Gallenblase als Speicher hat – es ist auf gleichmäßige, kleine Fettmengen eingerichtet und nicht auf eine große Mahlzeit. Ein Esslöffel Öl zu jeder Gabe trifft genau diese Bauweise. Ein Tier mit Gallenblase müsste erst entleeren; das Pferd hat den Gallefluss schon laufen.
Wofür Kurkuma beim Pferd verwendet wird
Als medizinische Anwendung nennt die Veterinärphytotherapie die symptomatische Behandlung von Verdauungsbeschwerden und leichter Gallendysfunktion. Volksheilkundlich kommt der Einsatz als Karminativum dazu – also bei Blähungen – und äußerlich die Wundbehandlung.
Die zugeschriebenen Eigenschaften gehen weiter: verdauungsfördernd und den Gallefluss anregend, antioxidativ, entzündungshemmend, antimikrobiell, immunmodulierend und leberbezogen. Curcumin ist einer der meistuntersuchten Pflanzenstoffe überhaupt – was zugleich heißt, dass zu kaum einer Droge so viel Unausgewertetes im Umlauf ist (was Belege in der Phytotherapie bedeuten).
Warum sie trotzdem in den Gelenkmischungen steht
Keine Droge einer Mischung muss die Mischung allein tragen. Die bewerteten Anwendungsgebiete am Bewegungsapparat bringen in ARTHRO-PLUS die Teufelskralle mit mindestens 1,2 Prozent Harpagosid und das Mädesüß – beide mit Positivmonographie der Kommission E.
Die Kurkuma steht daneben und hat ihre eigene Aufgabe: Sie bringt mit den Curcuminoiden eine Stoffklasse ein, die keine andere Droge der Mischung liefert, und sie bringt die entzündungshemmende Zuschreibung mit, die ihr die Literatur quer durch alle Anwendungsbereiche gibt. Eine Rezeptur wird daran gebaut, dass jede Droge etwas abdeckt, was die anderen nicht haben (Kräuter sinnvoll kombinieren).
Das Pferd hat keine Gallenblase
Das ist kein Mangel, sondern die Bauweise eines Tieres, das den ganzen Tag frisst. Wer ununterbrochen Raufutter aufnimmt, braucht keinen Speicher für Galle – er braucht einen gleichmäßigen Fluss. Und genau dieser Fluss ist das, worauf die Drogen dieser Richtung zielen.
Was daran für die Fütterung zählt
Ein gleichmäßiger Gallefluss hat beim Pferd für die Fettverdauung und die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K besondere Bedeutung. In LEBERWOHL steht die Kurkuma deshalb neben Artischockenblättern und Löwenzahn – drei Drogen, die in der Phytotherapie traditionell im Zusammenhang mit dem Gallefluss verwendet werden (Leberfunktion beim Pferd).
Und was die Gegenanzeige davon übrig lässt
Die eine genannte Gegenanzeige ist der Verschluss der Gallenwege. Ein Gallenblasenempyem – das in Humantexten daneben steht – kann das Pferd nicht bekommen, weil es die Gallenblase nicht hat. Der Verschluss der Gallengänge ist dagegen möglich, auch beim Pferd, und er ist ein Fall für die Praxis und nicht für den Trog.
Kurkuma in vier Mischungen
Kurkuma steht bei uns viermal – dreimal am Bewegungsapparat, einmal für Leber und Galle. Das sind die beiden Richtungen, in die die Überlieferung diese Wurzel führt, und in beiden hat sie eine andere Rolle.
ARTHRO-PLUS
Neun Arzneidrogen für Pferde mit dauerhaft erhöhtem Bedarf am Bewegungsapparat – mit Kurkumawurzelstock neben Teufelskralle und Mädesüßblüten.
GELENKAKTIV
Als Kur nach einer abgrenzbaren Belastungsphase – mit Kurkumawurzelstock, Hagebutte und Schachtelhalm.
SEHNENSTARK
Acht Kräuter für Sehnen und Bänder – Kurkumawurzelstock bringt hier als einzige Droge die Curcuminoide ein, neben Odermennigkraut.
LEBERWOHL
Sieben Arzneidrogen für Leber und Galle – mit Kurkumawurzelstock, Mariendistelsamen und Artischockenblättern.
Und in drei Bundles
Über SEHNENSTARK steht die Kurkuma im BOXENRUHE-BUNDLE, über LEBERWOHL im FELLWECHSEL-BUNDLE und im HAUT & FELL BUNDLE. Alle drei sind Kuren über Wochen – und genau so wird diese Droge gegeben, weil sich an Bindegewebe und Stoffwechsel nichts in Tagen zeigt.
Aber nicht zwei davon gleichzeitig
Wer zwei kurkumahaltige Mischungen nebeneinander füttert, füttert dieselbe Droge zweimal. Das gilt genauso für Produkte anderer Hersteller: Kurkuma steht inzwischen in nahezu jeder Gelenk- und Stoffwechselmischung am Markt, meist ohne Angabe von Pflanzenteil und Gehalt.
Kurkuma für Pferde: Dosierung und Dauer
Zur Dosierung: Für ein Großpferd werden üblicherweise 10 bis 15 Gramm Kurkumawurzelstock pro Tag angesetzt, bei Ponys entsprechend weniger. Begonnen wird mit der halben Menge und über knapp eine Woche gesteigert. Bei Mischungen gelten die Angaben des jeweiligen Produkts, nicht diese Zahlen.
Auf zwei Gaben, mit Öl, und mit Geduld
Zwei Gaben täglich sind bei dieser Droge besser als eine – sie passen zum kontinuierlichen Gallefluss, und das Öl verteilt sich auf beide. Angelegt ist die Gabe über sechs bis acht Wochen mit anschließender Pause, bei den Mischungen für den Bewegungsapparat länger.
Wer nach zwei Wochen entscheidet, entscheidet zu früh. Bei Themen des Bewegungsapparats braucht die Beurteilung ohnehin Zeit, und bei dieser Droge kommt dazu, dass die Aufnahme langsam anläuft (Arthrose beim Pferd).
Zur Akzeptanz und zur Farbe im Stall
Kurkuma schmeckt erdig-bitter und wird von den meisten Pferden angenommen, besonders mit Öl und angefeuchtetem Futter. Und sie färbt – Hände, Eimer und helle Pferdemäuler. Das ist harmlos und geht wieder weg; es ist derselbe Farbstoff, auf den es ankommt.
Was bei Kurkuma zu beachten ist
Nicht bei Verschluss der Gallenwege
Das ist die eine Gegenanzeige, die die Veterinärphytotherapie für diese Droge nennt. Gelbliche Schleimhäute, Koliksymptome, Fieber oder auffällige Leberwerte gehören tierärztlich abgeklärt, bevor eine gallewirksame Droge in den Trog kommt (Leberwerte beim Pferd).
Weitere Gegenanzeigen sind für das Tier nicht beschrieben
Das ist wichtig, weil zu dieser Droge viel Humanmedizin mitläuft. Was man über Blutverdünnung, Operationen und Magenreizung liest, stammt aus der Humanliteratur und bezieht sich dort auf hochdosierte, aufbereitete Extrakte – nicht auf den Wurzelstock im Pferdefutter.
Wir nennen die Herkunft solcher Angaben statt zu warnen. Bei laufender Dauermedikation, vor geplanten Eingriffen und bei tragenden oder laktierenden Stuten raten wir trotzdem, die Fütterung vorher mit der Praxis zu besprechen – das ist eine Vorsichtsentscheidung und keine Gegenanzeige.
Lichtgeschützt lagern
Die Curcuminoide bleichen im Licht aus, und das ätherische Öl mit den Turmeronen verflüchtigt sich bei Wärme. Kühl, trocken und dunkel – bei dieser Droge ist der Eimer auf der Fensterbank der häufigste Verlust.
Zum Turniersport
Kräutermischungen behandeln wir grundsätzlich als dopingrelevant. Die ADMR stellt nicht auf eine abschließende Pflanzenliste ab, und die Prüfung der geltenden Bestimmungen obliegt nach Regelwerk ausschließlich der verantwortlichen Person – Fristen nennen wir deshalb nicht (ADMR beim Pferd).
Häufige Fragen zu Kurkuma beim Pferd
Soll ich Kurkuma mit Öl füttern?
Ja. Die Curcuminoide sind fettlöslich und werden nur mit Fett aufgenommen – ohne Öl bleibt ein großer Teil davon unbenutzt. Ein Esslöffel genügt, unter angefeuchtetes Futter gerührt; es geht nicht um die Menge Fett, sondern darum, dass überhaupt Fett dabei ist.
Beim Pferd passt das besonders gut, weil es Galle ununterbrochen bildet und auf gleichmäßige kleine Fettmengen eingerichtet ist. Deshalb steht der Hinweis auf jeder unserer Produktseiten mit Kurkuma.
Braucht Kurkuma Pfeffer dazu?
Wir setzen keinen zu. Die Kombination mit Piperin aus schwarzem Pfeffer ist in der Humanmedizin untersucht; beim Pferd fehlen Daten dazu, und Piperin greift in den Abbau von Arzneistoffen ein.
Die Maßnahme, die wir empfehlen, ist das Öl – sie ist einfach, gut verfügbar und beim Pferd unproblematisch.
Wofür wird Kurkuma beim Pferd verwendet?
Als medizinische Anwendung nennt die Veterinärphytotherapie Verdauungsbeschwerden und leichte Gallendysfunktion – das ist die Richtung, für die sie in LEBERWOHL steht.
In den Mischungen für den Bewegungsapparat steht sie für die entzündungshemmende Zuschreibung und für eine eigene Stoffklasse, die keine andere Droge dort liefert. Die bewerteten Anwendungsgebiete bringen in ARTHRO-PLUS die Teufelskralle und das Mädesüß mit.
Reizt Kurkuma den Pferdemagen?
Für das Pferd ist das nicht beschrieben. Die Angabe stammt aus der Humanliteratur. In der einzigen Untersuchung am Pferd, die Magenbefunde mitgemessen hat, verschlechterten sich die Werte unter Curcumin nicht – sie gingen in beiden Gruppen zurück, in der behandelten wie in der Kontrollgruppe.
Bei bekannten Magengeschwüren gilt trotzdem: Die werden endoskopisch festgestellt und tierärztlich behandelt, und die Fütterung gehört dann vorher abgestimmt (Magengeschwüre beim Pferd).
Ist Kurkuma für Pferde mit EMS oder Cushing geeignet?
Der Stärkegehalt fällt bei diesen Mengen nicht ins Gewicht. Der Wurzelstock enthält Stärke – bei 10 bis 15 Gramm Droge sind das wenige Gramm, bei einer Kräutermischung entsprechend weniger. Die übliche Obergrenze für Stärke je Mahlzeit liegt beim Großpferd in einer ganz anderen Größenordnung.
Bei Stoffwechselerkrankungen entscheidet die Grundration, nicht die Kräuterportion – und die Abstimmung mit der Praxis bleibt sinnvoll (EMS und Cushing beim Pferd).
Wurzel oder Wurzelstock – macht das einen Unterschied?
Botanisch ja, und bei Drogen ist das keine Kleinigkeit. Verwendet wird Curcumae longae rhizoma, der Wurzelstock: eine unterirdische Sprossachse, wie beim Ingwer, keine Wurzel.
Wir schreiben den Pflanzenteil deshalb aus – so wie bei jeder Droge unserer Mischungen. Eine Angabe ohne Pflanzenteil lässt offen, was in der Packung liegt.
Wie erkenne ich gute Kurkumaware?
An der Farbe zur Hälfte. Die Curcuminoide sind die Farbstoffe, also ist tief orange-gelbe Ware ein gutes Zeichen und blasse, bräunliche ein schlechtes.
Die andere Hälfte entscheidet die Analyse: Das Arzneibuch legt einen Mindestgehalt an Curcuminoiden fest, und jede Charge wird darauf geprüft. Dazu gehört die Lagerung – lichtgeschützt, sonst bleicht genau dieser Stoff aus.
Wie lange dauert es, bis man etwas sieht?
Länger als bei den meisten Drogen. Angelegt ist die Gabe über sechs bis acht Wochen, bei den Mischungen für den Bewegungsapparat über Monate mit Pausen.
Zwei Wochen sind kein Zeitraum, in dem man etwas beurteilen kann – und bei dieser Droge gilt das stärker als sonst, weil die Aufnahme langsam anläuft und von der Fütterung mit Öl abhängt.
Weiterführende Artikel
Quellen
- Brendieck-Worm, C. & Melzig, M. F. (2021): Phytotherapie in der Tiermedizin. 2. Auflage. Stuttgart: Thieme – Wirkungen, Anwendungsgebiete und Gegenanzeige
- Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.): Monographie Curcumae longae rhizoma – mit Mindestgehalt an Curcuminoiden
- Kommission E des Bundesgesundheitsamtes: Monographie Curcumae longae rhizoma – positiv bewertet
- HMPC/EMA: Monographie Curcuma longa L., rhizoma
- ESCOP Monographs: Curcumae longae rhizoma
- Andrews, F. M. et al. (2022): Effect of an oral supplement containing curcumin extract on lameness due to osteoarthritis and gastric ulcer scores. Equine Veterinary Education – zur Untersuchung am Pferd
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
- Deutsche Reiterliche Vereinigung: Allgemeine Bestimmungen zu Doping und Medikation (ADMR)