Warum chronischer Husten manchmal eine ganz andere Ursache hat – und wie Kräuter ganzheitlich helfen können
Dein Pferd hustet – trotz bester Stallluft und Hustenkräutern? Dann könnte die Ursache nicht in der Lunge, sondern in der Leber liegen. Die Leber-Lungen Achse beschreibt den engen Zusammenhang zwischen Leberfunktion und Atemwegsgesundheit.
Das Prinzip: Eine überlastete Leber kann Stoffwechselprodukte nicht vollständig verarbeiten → Diese gelangen über das Blut in die Lunge → Reizung der Atemwege → chronischer Husten.
⚠️ Wichtiger Hinweis
Husten beim Pferd sollte immer tierärztlich abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen wie Equines Asthma, Infektionen oder Allergien auszuschließen. Dieser Artikel ersetzt keine Diagnose!
1. Die Leber-Lungen Verbindung verstehen
Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Pferdes. Sie filtert das Blut, baut Stoffwechselprodukte ab und macht sie ausscheidungsfähig. Was viele nicht wissen: Leber und Lunge sind über den Blutkreislauf direkt verbunden.
Der Kreislauf: Von der Leber zur Lunge
Stoffwechselprodukte werden nicht vollständig abgebaut
Unverarbeitete Stoffe zirkulieren im Blut
Versucht, Stoffe über Schleimhäute auszuscheiden
Chronischer Husten, vermehrter Schleim
Warum gerade die Lunge?
Die Lunge ist – neben Nieren, Darm und Haut – ein Ausscheidungsorgan. Wenn die Hauptwege (Leber → Galle → Darm, Nieren → Urin) überlastet sind, versucht der Körper, Stoffwechselprodukte über die Schleimhäute der Atemwege loszuwerden.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der Naturheilkunde ist dieser Zusammenhang seit Jahrhunderten bekannt: „Die Leber öffnet sich in die Lunge."
Was die Wissenschaft sagt
Auch die moderne Veterinärmedizin erkennt den Zusammenhang zwischen Leberbelastung und Atemwegsproblemen:
- Ammoniak Belastung: Bei eingeschränkter Leberfunktion steigt der Ammoniakspiegel im Blut. Ammoniak reizt die Atemwege.
- Histamin Abbau: Die Leber baut Histamin ab. Bei Überlastung bleibt mehr Histamin im Blut → allergieähnliche Reaktionen, auch in der Lunge.
- Entzündungsmediatoren: Eine belastete Leber produziert mehr entzündungsfördernde Stoffe, die auch die Bronchien betreffen können.
2. Woran erkenne ich den Zusammenhang?
Nicht jeder Husten hat mit der Leber zu tun! Aber es gibt typische Anzeichen, die auf eine Leber-Lungen Verbindung hindeuten:
Typische Hinweise auf leberbedingten Husten
Chronischer Husten
Husten seit Wochen/Monaten trotz Behandlung
Hustenkräuter helfen nicht
Klassische Atemwegskräuter bringen keine Besserung
Stumpfes Fell
Gleichzeitig glanzloses, mattes Fell
Müdigkeit
Pferd wirkt schlapp, wenig Energie
Fellwechsel Probleme
Verzögerter oder ungleichmäßiger Fellwechsel
Angelaufene Beine
Besonders morgens dicke Beine
Hautprobleme
Juckreiz, Schuppen, Mauke, Ekzeme
Saisonales Muster
Besonders im Frühjahr/nach dem Winter
⚠️ Wann zum Tierarzt?
Immer zuerst! Husten kann viele Ursachen haben: Infektionen (Druse, Influenza), Equines Asthma, Allergien, Herzprobleme. Erst wenn diese ausgeschlossen sind und der Husten trotzdem bleibt, sollte an die Leber-Lungen Achse gedacht werden. Ein Blutbild mit Leberwerten (GGT, GLDH, AP) gibt Aufschluss.
Checkliste: Könnte die Leber beteiligt sein?
| Frage | Hinweis auf Leberbeteiligung |
|---|---|
| Wie lange hustet das Pferd schon? | Länger als 4 Wochen ohne Besserung → verdächtig |
| Helfen klassische Hustenkräuter? | Keine oder nur kurzfristige Besserung → verdächtig |
| Wie sieht das Fell aus? | Stumpf, glanzlos, verzögerter Fellwechsel → verdächtig |
| Gibt es weitere Symptome? | Müdigkeit, Hautprobleme, angelaufene Beine → verdächtig |
| Wann tritt der Husten auf? | Besonders im Frühjahr/nach Stallwinter → verdächtig |
| Leberwerte im Blutbild? | GGT, GLDH oder AP erhöht → Leber beteiligt |
3. Typische Auslöser
Warum ist die Leber überhaupt belastet? Hier die häufigsten Ursachen:
Stallwinter
Nach Monaten im Stall mit weniger Bewegung, schlechterer Luft (Ammoniak!) und Heufütterung ist die Leber oft belastet.
Typisch: Husten beginnt im Frühjahr
Fellwechsel
Der Fellwechsel erhöht die Stoffwechselbelastung um bis zu 40%. Die Leber arbeitet auf Hochtouren.
Typisch: Husten während Fellwechsel
Medikamente
Wurmkuren, Antibiotika, Schmerzmittel – alle werden über die Leber abgebaut und können sie belasten.
Typisch: Husten nach Wurmkur
Futterqualität
Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) im Heu oder Kraftfutter belasten die Leber massiv.
Typisch: Chronischer Husten + stumpfes Fell
Zu viel Kraftfutter
Hohe Zucker- und Stärkebelastung überfordert den Stoffwechsel und die Leber.
Typisch: Übergewichtige Pferde mit Husten
Weidegifte
Giftige Pflanzen wie Jakobskreuzkraut schädigen die Leber nachhaltig.
Typisch: Schleichende Verschlechterung
Besonders gefährdet
Pferde mit erhöhtem Risiko: Senioren (Leberfunktion nimmt ab), Pferde mit EMS oder Cushing, Pferde nach langen Medikamentengaben, Pferde mit chronischen Hautproblemen, Pferde nach schwerem Stallwinter.
4. Der ganzheitliche Ansatz
Wenn die Leber beteiligt ist, reicht es nicht, nur die Atemwege zu behandeln. Der Schlüssel liegt in einem ganzheitlichen Ansatz, der beide Organsysteme unterstützt.
Das Zwei Säulen Prinzip
Säule 1: Leber unterstützen
Ziel: Die Leber bei der Ausleitung entlasten und regenerieren
- Leberkräuter (Mariendistel, Artischocke, Löwenzahn)
- Fütterung optimieren (weniger Kraftfutter)
- Futterqualität prüfen (Heu, Mykotoxine)
- Bewegung fördern (Lymphfluss!)
Säule 2: Atemwege unterstützen
Ziel: Bronchien beruhigen, Schleim lösen
- Atemwegskräuter (Thymian, Spitzwegerich, Süßholz)
- Stallluft optimieren (Staub, Ammoniak)
- Heu wässern oder bedampfen
- Frische Luft und Bewegung
Die richtige Reihenfolge
Wichtig: Oft macht es Sinn, zuerst die Leber zu unterstützen (1-2 Wochen), bevor oder während die Atemwege behandelt werden. Wenn die Leber besser arbeitet, kann sich auch die Lunge erholen.
Optimal: Beide Ansätze parallel – Leberkräuter + Atemwegskräuter gleichzeitig für 4-6 Wochen.
Begleitende Maßnahmen
| Bereich | Maßnahme |
|---|---|
| Fütterung | Kraftfutter reduzieren, Heuqualität prüfen, viel frisches Wasser |
| Haltung | Gute Stallluft, wenig Staub, Ammoniak vermeiden, viel Frischluft |
| Bewegung | Täglich moderate Bewegung (aktiviert Lymphfluss und Stoffwechsel) |
| Heu | Wässern (30 Min.) oder bedampfen, um Staub zu reduzieren |
| Kontrolle | Blutbild nach 4-6 Wochen wiederholen (Leberwerte, Entzündungswerte) |
5. Kräuter für Leber UND Atemwege
Die Phytotherapie bietet bewährte Kräuter, die gezielt Leber und Atemwege unterstützen können:
Kräuter für die Leber
Mariendistel
Wirkstoff: Silymarin
Schützt und regeneriert Leberzellen. Das wichtigste Leberkraut überhaupt.
Artischocke
Wirkstoff: Cynarin
Fördert den Gallefluss, unterstützt die Fettverdauung und Ausleitung.
Löwenzahn
Wirkstoff: Bitterstoffe
Regt Leber und Galle an, fördert die Ausscheidung über die Nieren.
Kräuter für die Atemwege
Thymian
Wirkstoff: Thymol, ätherische Öle
Schleimlösend, antibakteriell, krampflösend auf die Bronchien.
Spitzwegerich
Wirkstoff: Schleimstoffe, Aucubin
Reizlindernd, schützt die Schleimhäute, antibakteriell.
Süßholzwurzel
Wirkstoff: Glycyrrhizin
Schleimlösend, entzündungshemmend, schützt die Magenschleimhaut.
Die optimale Kombination
Für Pferde mit Leberbedingtem Husten empfehlen wir die Kombination aus Leber- UND Atemwegskräutern:
LEBERWOHL
7 Kräuter für Leber, Galle & Stoffwechsel: Mariendistel, Artischocke, Löwenzahn, Goldrute, Kurkuma, Odermennig, Schafgarbe
Zu LEBERWOHL →PULMOPLUS
Intensive Atemwegsunterstützung bei chronischen Problemen: Süßholz, Echinacea, Königskerze, Eibisch, Lungenkraut, Huflattich
Zu PULMOPLUS →Ganzheitliche Unterstützung: LEBERWOHL + PULMOPLUS
Die optimale Kombination bei chronischem Husten mit Leber-Beteiligung
Leber: Mariendistel, Artischocke, Löwenzahn, Goldrute
Atemwege: Süßholz, Echinacea, Königskerze, Eibisch
LEBERWOHL PULMOPLUSFütterungsempfehlung bei Leber-Lungen Problematik
Woche 1-2: LEBERWOHL in voller Dosis, um die Leber zu aktivieren
Ab Woche 2: PULMOPLUS dazu, um die Atemwege zu unterstützen
Dauer: Mindestens 4-6 Wochen, bei chronischen Fällen 8 Wochen
Tipp: Viel frisches Wasser anbieten – wichtig für die Ausleitung!
6. Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich, ob der Husten mit der Leber zusammenhängt?
Typische Hinweise sind: chronischer Husten (länger als 4 Wochen) trotz Behandlung, klassische Hustenkräuter helfen nicht, gleichzeitig stumpfes Fell, Müdigkeit, Hautprobleme oder angelaufene Beine. Besonders verdächtig: Husten im Frühjahr nach dem Stallwinter oder während des Fellwechsels. Ein Blutbild mit Leberwerten (GGT, GLDH, AP) gibt Aufschluss.
Kann ich Leberkräuter und Atemwegskräuter gleichzeitig füttern?
Ja, das ist sogar empfehlenswert! Bei Leber-bedingtem Husten ist die Kombination aus Leber- und Atemwegskräutern der ganzheitliche Ansatz. LEBERWOHL und PULMOPLUS (oder ATEMFREI) können problemlos zusammen gefüttert werden. Tipp: Mit LEBERWOHL beginnen, nach 1-2 Wochen PULMOPLUS dazugeben.
Wie lange dauert es, bis eine Besserung eintritt?
Das hängt davon ab, wie lange das Problem schon besteht. Erste Verbesserungen (Fell glänzt, mehr Energie) oft nach 2-3 Wochen. Deutliche Besserung des Hustens meist nach 4-6 Wochen. Bei chronischen Fällen kann es 6-8 Wochen dauern. Wichtig: Kur vollständig durchziehen, nicht vorzeitig abbrechen!
Wann sollte ich PULMOPLUS statt ATEMFREI nehmen?
PULMOPLUS ist die intensivere Variante für chronische oder hartnäckige Atemwegsprobleme – also genau richtig bei leberbedingtem Husten, der schon länger besteht. ATEMFREI eignet sich eher für akuten Husten oder zur Vorbeugung. Bei Leber-Lungen Problematik empfehlen wir LEBERWOHL + PULMOPLUS.
Sollte ich die Leberwerte vorher testen lassen?
Empfehlenswert, aber nicht zwingend. Ein Blutbild mit Leberwerten (GGT, GLDH, AP) gibt Klarheit, ob die Leber tatsächlich belastet ist. Aber: Auch bei normalen Blutwerten kann die Leber subklinisch belastet sein. Wenn die typischen Symptome vorliegen, kann eine Kur auch ohne Blutbild sinnvoll sein. Ideal: Vorher-Nachher-Vergleich nach 4-6 Wochen.
Mein Pferd hat Equines Asthma – hilft der Leber Ansatz trotzdem?
Ja, als Ergänzung! Equines Asthma ist eine eigenständige Erkrankung, die tierärztlich behandelt werden muss. Aber: Eine Leberunterstützung kann die Gesamtsituation verbessern, da die Leber auch Histamin und Entzündungsmediatoren abbaut. Besonders bei Pferden mit Asthma UND weiteren Symptomen (stumpfes Fell, Müdigkeit) ist der ganzheitliche Ansatz sinnvoll. Immer in Absprache mit dem Tierarzt!
Gibt es Pferde, die besonders anfällig sind?
Ja! Besonders gefährdet sind: Senioren (Leberfunktion nimmt im Alter ab), Pferde mit EMS oder Cushing (Stoffwechsel ohnehin belastet), Pferde nach langen Medikamentengaben, Pferde mit chronischen Hautproblemen (Leber-Haut Achse!), Pferde nach schwerem Stallwinter mit wenig Bewegung. Diese Pferde profitieren besonders von der Kombination Leber + Atemwege.