Warum wird mein Pferd ständig krank? Und wie kann ich das ändern?
Manche Pferde scheinen jeden Infekt mitzunehmen, der im Stall die Runde macht. Während andere kerngesund bleiben, hustet Deins schon wieder oder hat erneut Fieber. Das ist frustrierend – aber kein Schicksal!
In diesem Artikel erfährst Du, welche Ursachen hinter chronischer Infektanfälligkeit stecken können und wie Du das Immunsystem Deines Pferdes nachhaltig stärken kannst.
1. Wann ist ein Pferd infektanfällig?
Jedes Pferd kann mal krank werden – das ist normal. Aber wann spricht man von Infektanfälligkeit?
⚠️ Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystem
- Mehr als 2-3 Infekte pro Jahr
- Infekte dauern länger als bei Stallkollegen
- Pferd ist immer das erste, das krank wird
- Häufig wiederkehrende Probleme (Husten, Hautpilz, Mauke...)
- Schlechte Wundheilung – kleine Verletzungen heilen langsam
- Generell matt oder müde, wenig Energie
- Stumpfes Fell trotz guter Pflege
Treffen mehrere dieser Punkte auf Dein Pferd zu, lohnt sich eine genauere Analyse der möglichen Ursachen.
2. Mögliche Ursachen für Infektanfälligkeit
Ein schwaches Immunsystem hat meist eine Ursache – oft sogar mehrere, die zusammenwirken:
Fütterung
- Nährstoffmangel (Zink, Selen, Vitamin E)
- Minderwertiges Raufutter
- Zu wenig Raufutter
- Einseitige Fütterung
- Überversorgung (EMS, Cushing)
Haltung
- Schlechte Stallluft (Staub, Ammoniak)
- Zu wenig Bewegung
- Mangelnder Sozialkontakt
- Chronischer Stress
- Überbelegung im Stall
Darm & Stoffwechsel
- Gestörte Darmflora (Dysbiose)
- Chronische Verdauungsprobleme
- Leberbelastung
- Stoffwechselerkrankungen
- Parasitenbefall
Alter & Vorgeschichte
- Senioren (ab ca. 18-20 Jahre)
- Fohlen (noch unreifes Immunsystem)
- Chronische Vorerkrankungen
- Häufige Antibiotika-Behandlungen
- Cushing Syndrom (PPID)
Oft sind mehrere Faktoren im Spiel
Ein gestresster Senior mit schlechter Stallluft und Zinkmangel hat natürlich ein schwächeres Immunsystem als ein gut versorgter Wallach in Offenstallhaltung. Die gute Nachricht: An vielen Faktoren kannst Du etwas ändern!
3. Tierärztliche Abklärung
Bei wiederholt kranken Pferden lohnt sich eine gründliche Diagnostik:
Empfohlene Untersuchungen
| Untersuchung | Was wird geprüft? | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Großes Blutbild | Blutzellen, Entzündungsmarker | Zeigt akute oder chronische Entzündungen |
| Organprofil | Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse | Organprobleme schwächen das Immunsystem |
| Spurenelemente | Zink, Selen, Kupfer, Mangan | Mängel beeinträchtigen die Immunfunktion |
| ACTH Test | Cushing-Syndrom | Häufige Ursache bei älteren Pferden |
| Kotuntersuchung | Parasiten, Darmflora | Wurmbefall und Dysbiose erkennen |
⚠️ Cushing nicht übersehen!
Das Cushing Syndrom (PPID) ist eine häufige Ursache für Infektanfälligkeit bei älteren Pferden. Typisch: Langes, lockiges Fell, Muskelschwund, Hufrehe, wiederkehrende Infekte. Ein ACTH-Test beim Tierarzt bringt Klarheit.
4. Haltung optimieren
Die Haltungsbedingungen haben großen Einfluss auf das Immunsystem:
Das stärkt die Abwehr
- Frische Luft – Gute Stallbelüftung, Zeit im Freien
- Tägliche Bewegung – Weidegang, Paddock, Reiten/Longieren
- Sozialkontakt – Pferde sind Herdentiere!
- Stressreduktion – Stabile Routinen, keine Überforderung
- Saubere Tränken – Täglich frisches Wasser
- Staubarmes Heu – Bedampft oder gewässert
Das schwächt die Abwehr
- Schlechte Stallluft – Ammoniak, Staub, geschlossene Ställe
- Boxenhaltung ohne Auslauf – Bewegungsmangel
- Isolation – Kein Kontakt zu Artgenossen
- Chronischer Stress – Rangkämpfe, Transport, Turniere
- Überbelegung – Hoher Infektionsdruck
→ Mehr dazu: Stallluft und Heu optimieren
5. Fütterung anpassen
Eine bedarfsgerechte Fütterung ist die Basis für ein starkes Immunsystem:
Grundregeln
- Ausreichend Raufutter: Mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht
- Hochwertiges Mineralfutter: Mit Zink, Selen, Kupfer, Mangan
- Keine Über- oder Unterversorgung: Rationsberechnung sinnvoll
- Omega-3-Fettsäuren: Leinsamen
Wichtige Nährstoffe fürs Immunsystem
| Nährstoff | Funktion | Mangel führt zu |
|---|---|---|
| Zink | Zentral für Immunzellen | Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung |
| Selen | Antioxidativ, schützt Zellen | Muskelschwäche, Immunschwäche |
| Vitamin E | Wichtigstes fettlösliches Antioxidans | Muskelprobleme, Anfälligkeit |
| Kupfer | Immunfunktion, Blutbildung | Blutarmut, Infektanfälligkeit |
⚠️ Vorsicht bei Selbstmedikation!
Selen und Kupfer können überdosiert werden – das ist gefährlich! Lass im Zweifel die Spurenelemente im Blut messen und die Ration berechnen, bevor Du einfach supplementierst.
6. Darmgesundheit als Schlüssel
Der Darm ist das größte Immunorgan – hier sitzen 70-80% der Immunzellen!
Warum der Darm so wichtig ist
Eine gesunde Darmflora:
- Trainiert und aktiviert das Immunsystem
- Produziert wichtige Vitamine (B Vitamine)
- Verhindert, dass krankmachende Keime sich ausbreiten
- Baut Nährstoffe optimal auf
Was den Darm schwächt
- Antibiotika: Töten auch nützliche Darmbakterien
- Stress: Verändert die Darmflora negativ
- Zu wenig Raufutter: Wichtig für die Dickdarmflora
- Abrupte Futterwechsel: Darmflora kann sich nicht anpassen
- Wurmbefall: Schädigt Darmschleimhaut
Was den Darm stärkt
- Ausreichend Raufutter: Futter für die guten Bakterien
- Langsame Futterumstellungen: Mind. 2 Wochen Zeit
- Regelmäßige Entwurmung: Nach Kotprobenuntersuchung
- Darmkräuter bei Bedarf: Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille
→ Ausführlicher Artikel: Darmgesundheit beim Pferd
7. Kräuter zur Immunstärkung
Traditionelle Heilpflanzen können das Immunsystem unterstützen – besonders bei chronisch anfälligen Pferden:
Immunstärkende Kräuter
- Echinacea (Sonnenhut): Der Klassiker! Als Kur (4-6 Wochen), nicht dauerhaft.
- Taigawurzel: Adaptogen – hilft dem Körper, mit Belastungen umzugehen. Kann länger gefüttert werden.
- Zistrose: Reich an Polyphenolen, traditionell bei Erkältungsneigung.
- Hagebutte: Natürliches Vitamin C, antioxidativ.
Kräuter für den Darm
- Fenchel, Anis, Kümmel: Traditionelle Verdauungskräuter
- Kamille: Beruhigend für Magen und Darm
- Pfefferminze: Fördert die Verdauung
Für Leber & Stoffwechsel
- Mariendistel: Unterstützt die Leberregeneration
- Löwenzahn: Regt Stoffwechsel und Gallenfluss an
- Brennnessel: Mineralstoffreich, stoffwechselanregend
Kurkonzept für infektanfällige Pferde
Phase 1 (4-6 Wochen): Darm aufbauen (DARMWOHL)
Phase 2 (4-6 Wochen): Immunsystem stärken (IMMUNSTARK)
Dauerhaft: Haltung & Fütterung optimieren
Bei Bedarf: Kuren 2-3x jährlich wiederholen (Herbst, Frühjahr)
IMMUNSTARK + DARMWOHL – Das Duo für anfällige Pferde
IMMUNSTARK mit 5 Immunpflanzen (Echinacea, Taigawurzel, Zistrose, Wasserdost, Katzenkralle) und DARMWOHL mit 6 Verdauungskräutern – zusammen für ein starkes Immunsystem von innen.
Zu den Produkten →8. Langfristige Strategie
Infektanfälligkeit lässt sich nicht über Nacht beheben – aber mit einer durchdachten Strategie kannst Du viel erreichen:
Ursachen klären
Tierärztliche Diagnostik: Blutbild, Spurenelemente, ggf. Cushing Test
Haltung optimieren
Frische Luft, Bewegung, Sozialkontakt, Stressreduktion
Fütterung anpassen
Bedarfsgerecht, hochwertig, mit allen wichtigen Nährstoffen
Darm sanieren
Darmflora aufbauen – besonders nach Antibiotika
Regelmäßige Kuren
Immunstärkung 2-3x jährlich (Herbst, Frühjahr, bei Bedarf)
Dranbleiben
Veränderungen brauchen Zeit – Geduld ist gefragt!
Realistische Erwartungen
Ein geschwächtes Immunsystem braucht Zeit, um sich zu erholen. Rechne mit 3-6 Monaten, bis Du deutliche Verbesserungen siehst. Aber: Jeder kleine Schritt zählt – und die Investition lohnt sich!
9. Häufig gestellte Fragen
Warum wird ausgerechnet mein Pferd immer krank?
Dafür kann es viele Gründe geben: Nährstoffmängel (besonders Zink, Selen), gestörte Darmflora, chronischer Stress, schlechte Stallluft, Stoffwechselerkrankungen wie Cushing, oder einfach genetische Veranlagung. Eine tierärztliche Diagnostik (Blutbild, Spurenelemente) kann helfen, die Ursache zu finden.
Kann ich das Immunsystem meines Pferdes mit Kräutern stärken?
Ja, traditionelle Heilpflanzen wie Echinacea, Taigawurzel und Zistrose werden seit langem zur Unterstützung des Immunsystems eingesetzt. Wichtig: Kräuter ersetzen nicht die Ursachensuche! Erst wenn Haltung, Fütterung und Gesundheitsstatus optimiert sind, können Kräuter ihre volle Wirkung entfalten.
Mein Pferd hatte mehrfach Antibiotika – kann das das Immunsystem schwächen?
Ja! Antibiotika töten nicht nur krankmachende, sondern auch nützliche Darmbakterien. Da 70-80% der Immunzellen im Darm sitzen, kann eine gestörte Darmflora das Immunsystem deutlich schwächen. Nach jeder Antibiotika Behandlung ist eine Darmsanierung mit Darmkräutern (DARMWOHL) empfehlenswert.
Ab welchem Alter sind Pferde anfälliger für Infekte?
Junge Fohlen (unreifes Immunsystem) und ältere Pferde (ab ca. 18-20 Jahre) sind generell anfälliger. Bei Senioren sollte unbedingt an Cushing gedacht werden – eine häufige Ursache für wiederkehrende Infekte im Alter. Ein ACTH Test beim Tierarzt bringt Klarheit.
Wie lange dauert es, bis sich das Immunsystem verbessert?
Das hängt von der Ursache ab. Nährstoffmängel können sich innerhalb von 4-8 Wochen bessern. Tiefergehende Probleme (gestörte Darmflora, chronischer Stress) brauchen 3-6 Monate. Geduld ist wichtig – aber die Verbesserung kommt meist schrittweise!