Praktische Tipps für ein starkes Immunsystem – besonders in der kalten Jahreszeit
Vorbeugen ist besser als behandeln. Gerade in der kalten Jahreszeit sind Pferde anfälliger für Infekte – Husten, Schnupfen und Fieber machen die Runde im Stall. Mit der richtigen Strategie kannst Du das Immunsystem Deines Pferdes stärken und das Risiko für Erkältungen deutlich senken.
In diesem Ratgeber erfährst Du, wann Du mit der Vorbeugung beginnen solltest, welche Maßnahmen wirklich helfen und wie Du Dein Pferd mit Kräutern unterstützen kannst.
1. Warum werden Pferde im Winter häufiger krank?
Im Herbst und Winter steigt die Infektanfälligkeit bei Pferden. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Temperaturwechsel
- Schnelle Wetterwechsel belasten
- Fellwechsel kostet Energie
- Thermoregulation fordert den Körper
Stallhaltung
- Mehr Zeit im geschlossenen Stall
- Höhere Keimdichte
- Staub und Ammoniak belasten Atemwege
Infektionsdruck
- Viren überleben länger bei Kälte
- Engerer Kontakt im Stall
- Ein krankes Pferd steckt andere an
Weniger Licht & Bewegung
- Kürzere Tage = weniger Vitamin D
- Weniger Weidegang
- Reduzierte Bewegung
Das bedeutet für Dich:
Du kannst viele dieser Faktoren nicht ändern – aber Du kannst Dein Pferd darauf vorbereiten und seine Abwehrkräfte stärken, bevor die kritische Zeit beginnt.
2. Der richtige Zeitpunkt für Vorbeugung
Timing ist entscheidend! Eine Immunstärkung braucht Zeit, um zu wirken. Hier der optimale Zeitplan:
September – Oktober: Herbstkur starten
Der ideale Zeitpunkt! Das Immunsystem kann sich aufbauen, bevor die Infektsaison beginnt.
Maßnahmen: Immunstärkende Kräuterkur (z.B. IMMUNSTARK), Mineralfutter überprüfen, Impfstatus checken, Entwurmung nach Kotprobe.
November – Februar: Abwehr aufrechterhalten
Die kritische Phase. Jetzt zahlt sich die Vorbereitung aus.
Maßnahmen: Kräuterkur bei Bedarf fortsetzen, Stallbelüftung optimieren, auf Infektanzeichen achten, kranke Pferde isolieren.
März – April: Frühjahrskur
Neustart. Erneuter Fellwechsel, Anweiden – noch einmal erhöhter Bedarf.
Maßnahmen: Stoffwechselkur, langsames Anweiden, Leberfunktion unterstützen.
⚠️ Zu spät?
Auch wenn Du die Herbstkur verpasst hast – es ist nie zu spät anzufangen! Das Immunsystem profitiert auch von einer Kur im Winter. Nur bei akutem Infekt solltest Du zuerst den Tierarzt rufen.
3. Die 5 Säulen der Infektvorbeugung
1. Bedarfsgerechte Fütterung
Die Basis! Ohne ausreichend Nährstoffe kann das Immunsystem nicht optimal arbeiten.
- Ausreichend Raufutter
- Mineralfutter mit Zink & Selen
- Vitamin E bei Bedarf
2. Immunstärkende Kräuter
Traditionell bewährte Pflanzen können die Abwehrkräfte unterstützen.
- Echinacea (Sonnenhut)
- Taigawurzel
- Zistrose
3. Optimale Haltung
Frische Luft und Bewegung sind entscheidend für ein starkes Immunsystem.
- Gute Stallbelüftung
- Täglicher Auslauf
- Sozialkontakt
4. Stallhygiene
Weniger Keime = weniger Infektionsrisiko.
- Regelmäßig misten
- Tränken sauber halten
- Staubarmes Heu
5. Impfungen
Schutz vor den wichtigsten Erregern.
- Influenza jährlich
- Herpes bei Bedarf
- Tetanus alle 2-3 Jahre
4. Fütterung fürs Immunsystem
Das Immunsystem braucht bestimmte Nährstoffe, um optimal zu funktionieren:
| Nährstoff | Funktion | Gute Quellen |
|---|---|---|
| Zink | Zentral für Immunzellen, oft im Mangel | Mineralfutter, Bierhefe |
| Selen | Antioxidativ, schützt Immunzellen | Mineralfutter (Vorsicht: Überdosierung!) |
| Vitamin E | Wichtigstes fettlösliches Antioxidans | Frisches Gras |
| Vitamin C | Antioxidativ, bei Stress erhöhter Bedarf | Pferde bilden selbst, Hagebutten ergänzend |
| Omega-3 | Entzündungsregulierend | Leinsamen |
Der Darm als Immunorgan
70-80% der Immunzellen sitzen im Darm! Eine gesunde Darmflora ist daher entscheidend für ein starkes Immunsystem.
Tipp: Ausreichend Raufutter (mind. 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht), keine abrupten Futterwechsel, bei Bedarf Darmkräuter ergänzen.
5. Kräuter zur Vorbeugung
Bestimmte Kräuter werden traditionell zur Stärkung der Abwehrkräfte eingesetzt:
Immunstärkende Kräuter
- Echinacea (Sonnenhut): Der Klassiker! Enthält Alkylamide und Polysaccharide. Traditionell zur Unterstützung der Abwehrkräfte. Als Kur füttern (4-6 Wochen).
- Taigawurzel: Adaptogen – hilft dem Körper, mit Stress umzugehen. Traditionell zur Stärkung der Widerstandskraft.
- Zistrose: Reich an Polyphenolen mit antioxidativen Eigenschaften. Traditionell bei Erkältungsneigung.
- Hagebutte: Natürliche Vitamin-C-Quelle mit hohem Gehalt an Antioxidantien.
Wann mit der Kräuterkur beginnen?
- Herbstkur: September/Oktober – bevor die Infektsaison beginnt
- Vor Belastungen: 1-2 Wochen vor Stallwechsel, Turnier, Transport
- Nach Krankheit: Zur Unterstützung der Regeneration
- Bei Senioren: Regelmäßige Kuren zur Unterstützung
IMMUNSTARK – Die Herbstkur für Dein Pferd
Unsere phytotherapeutische Kräutermischung vereint 5 traditionell bewährte Immunpflanzen: Echinacea, Taigawurzel, Zistrose, Wasserdost und Katzenkralle.
Ideal als Herbstkur vor der Infektsaison oder bei erhöhtem Bedarf.
Zu IMMUNSTARK →6. Stallhygiene & Management
Die beste Immunstärkung hilft wenig, wenn das Pferd ständig hohem Infektionsdruck ausgesetzt ist:
Stallbelüftung
- Frische Luft ist wichtiger als Wärme! Pferde vertragen Kälte gut, aber keine schlechte Luft
- Ammoniak und Staub reizen die Atemwege und schwächen die Abwehr
- Fenster und Türen lieber offen als geschlossener, "warmer" Stall
Hygiene Checkliste
- Tränken täglich reinigen
- Futtertröge regelmäßig säubern
- Boxen täglich misten, Einstreu trocken halten
- Heu staubarm füttern (bedampfen oder wässern)
- Gemeinsam genutzte Ausrüstung regelmäßig desinfizieren
Bei Infekt im Stall
Wenn ein Pferd erkrankt ist:
- Krankes Pferd wenn möglich isolieren
- Separate Ausrüstung (Halfter, Putzzeug) verwenden
- Hände waschen zwischen den Pferden
- Besonders auf Symptome bei anderen Pferden achten
- Bei Fieber, starkem Husten oder Nasenausfluss: Tierarzt rufen!
→ Mehr dazu: Stallluft und Heu optimieren
7. Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich mit der Immunstärkung beginnen?
Der ideale Zeitpunkt ist September/Oktober – also bevor die Infektsaison richtig beginnt. Eine Kräuterkur braucht 2-3 Wochen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Aber auch im Winter ist es nicht zu spät – das Immunsystem profitiert jederzeit von Unterstützung.
Wie lange sollte eine Immunstärkungskur dauern?
Eine typische Kur mit immunstärkenden Kräutern wie Echinacea dauert 4-8 Wochen. Danach empfiehlt sich eine Pause von mindestens 2-4 Wochen. Bei Bedarf kann die Kur dann wiederholt werden.
Kann ich Infekte komplett verhindern?
Leider nein – kein Immunsystem ist unbesiegbar. Aber Du kannst das Risiko deutlich senken und dafür sorgen, dass Dein Pferd Infekte schneller und leichter übersteht. Ein gut vorbereitetes Immunsystem kann Erreger oft abwehren, bevor sie Symptome verursachen.
Mein Pferd ist schon erkältet – kann ich trotzdem Immunstärker geben?
Bei einem akuten Infekt solltest Du zuerst den Tierarzt konsultieren. Immunstärkende Kräuter sind primär zur Vorbeugung gedacht. Nach überstandenem Infekt können sie aber gut zur Unterstützung der Regeneration eingesetzt werden.
→ Siehe auch: Pferd hat Erkältung – Was tun?
Sind immunstärkende Kräuter dopingrelevant?
Ja, Echinacea ist dopingrelevant! Für Turnierpferde gelten Karenzzeiten. Informiere Dich bei Deinem Verband über die aktuellen Bestimmungen. Im Zweifel rechtzeitig vor dem Turnier absetzen.
Braucht mein Pferd zusätzlich Vitamin C?
Pferde können Vitamin C selbst herstellen – anders als Menschen. Bei Stress, Krankheit oder im Alter kann der Bedarf aber erhöht sein. Hagebutten sind eine natürliche Ergänzung. Eine Überdosierung ist bei natürlichen Quellen praktisch nicht möglich.