Der umfassende Ratgeber zur hochansteckenden Pferdekrankheit – Erkennung, Verlauf, Quarantäne und Vorbeugung
Schnellantwort: Druse ist eine hochansteckende bakterielle Infektion durch Streptococcus equi. Typische Symptome: Fieber (über 39°C), geschwollene Lymphknoten am Kopf (besonders zwischen den Unterkiefern), eitriger Nasenausfluss und Schluckbeschwerden. Die Inkubationszeit beträgt 3-14 Tage. Druse ist meldepflichtig und erfordert sofortige Quarantäne. Bei Verdacht: Pferd isolieren und Tierarzt rufen!
1. Was ist Druse? Der Erreger
Druse (auch "Coryza contagiosa equorum" genannt) ist eine der ältesten bekannten Pferdekrankheiten und nach wie vor eine der ansteckendsten. Sie wird durch das Bakterium Streptococcus equi subspecies equi verursacht.
Steckbrief: Streptococcus equi
- Art: Gram-positives Bakterium (Kettenkokken)
- Übertragung: Tröpfcheninfektion, direkter Kontakt, kontaminierte Gegenstände
- Inkubationszeit: 3-14 Tage (meist 4-8 Tage)
- Überlebensdauer außerhalb: Bis zu 6-8 Wochen in feuchter Umgebung
- Empfindlich gegen: Hitze, Trockenheit, gängige Desinfektionsmittel
- Befällt: Ausschließlich Equiden (Pferde, Esel, Maultiere)
Warum ist Druse so gefährlich?
Druse ist zwar in den meisten Fällen nicht tödlich (Mortalität ca. 1-10%), aber sie ist extrem ansteckend und kann ganze Ställe durchseuchen. Die wirtschaftlichen Folgen durch Quarantäne, Trainingsausfall und Behandlungskosten sind erheblich. Zudem können Komplikationen wie die gefürchtete "Bastard-Druse" lebensbedrohlich sein.
Meldepflicht beachten!
Druse ist in Deutschland eine meldepflichtige Tierseuche. Das bedeutet: Bei Verdacht oder bestätigter Diagnose muss der Tierarzt das zuständige Veterinäramt informieren. Dies dient dem Schutz aller Pferde in der Region!
2. Symptome: So erkennst du Druse
Die Symptome entwickeln sich typischerweise in Phasen. Je früher du sie erkennst, desto schneller kannst du handeln und eine Ausbreitung verhindern!
Frühe Symptome (Tag 1-3)
- Fieber – oft das erste Anzeichen! Über 39°C, kann bis 41°C steigen
- Appetitlosigkeit – Pferd frisst schlecht oder gar nicht
- Mattigkeit – Pferd wirkt abgeschlagen, lustlos
- Wässriger Nasenausfluss – anfangs noch klar
- Leichter Husten – kann auftreten
Klassische Symptome (Tag 3-7)
- Geschwollene Lymphknoten – besonders zwischen den Unterkiefern ("Kehlgangsdrüsen")
- Eitriger Nasenausfluss – dick, gelblich-grün, oft beidseitig
- Schluckbeschwerden – Pferd streckt Hals, würgt beim Fressen
- Anhaltend hohes Fieber – 39-41°C
- Steife Kopfhaltung – wegen geschwollener Lymphknoten
- Husten – oft feucht, schmerzhaft
Schwerer Verlauf
- Abszesse reifen – Lymphknoten werden weich, brechen auf
- Massiver Eiterabfluss – aus aufgebrochenen Abszessen
- Atemnot – bei starker Schwellung im Rachenbereich
- Nahrungsverweigerung – durch Schluckschmerzen
- Gewichtsverlust – bei längerem Verlauf
⚠️ Sofort Tierarzt rufen bei:
- Fieber über 39°C – besonders wenn mehrere Pferde betroffen
- Geschwollene Lymphknoten – am Kopf/Unterkiefer
- Eitriger Nasenausfluss – gelblich-grün, dickflüssig
- Atemnot – Pferd röchelt, streckt Hals
- Mehrere Pferde gleichzeitig krank – deutet auf Infektion hin
Bis zur Diagnose: Verdächtiges Pferd sofort von anderen Pferden isolieren!
Der Selbsttest: Lymphknoten abtasten
So tastest du die Kehlgangsdrüsen ab:
Fahre mit den Fingern zwischen den Unterkieferästen entlang – von vorne nach hinten. Normalerweise sind die Lymphknoten kaum zu spüren (erbsengroß, weich). Bei Druse sind sie:
- Deutlich vergrößert (walnuss- bis hühnereigroß)
- Fest und prall (später weich, wenn Abszess reift)
- Schmerzhaft – Pferd reagiert auf Druck
- Warm – im Vergleich zur Umgebung
3. Krankheitsverlauf und Formen
Der typische Verlauf
Inkubation & erste Symptome
Nach Ansteckung beginnt das Fieber, oft bevor andere Symptome sichtbar sind. Das Pferd wirkt matt und frisst schlecht.
Akute Phase
Lymphknoten schwellen an, Nasenausfluss wird eitrig. Klassisches Krankheitsbild entwickelt sich. Höchste Ansteckungsgefahr!
Abszessreifung
Lymphknoten-Abszesse reifen, werden weich und brechen auf (spontan oder vom Tierarzt eröffnet). Danach meist schnelle Besserung.
Genesung
Fieber sinkt, Abszesse heilen ab, Appetit kehrt zurück. Pferd erholt sich, ist aber noch ansteckend!
Vollständige Erholung
Bei unkompliziertem Verlauf ist das Pferd nach 4-6 Wochen wieder vollständig genesen. Ausscheider-Status prüfen lassen!
Verlaufsformen der Druse
| Form | Beschreibung | Prognose |
|---|---|---|
| Klassische Druse | Typischer Verlauf mit Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Nasenausfluss, Abszessbildung | Gut – heilt meist in 4-6 Wochen |
| Milde/Atypische Form | Leichter Verlauf, evtl. nur Fieber und leichter Nasenausfluss, keine Abszesse | Sehr gut – aber Achtung: trotzdem ansteckend! |
| Bastard-Druse | Streuung der Bakterien in andere Organe (Lunge, Leber, Gehirn, Bauch). Abszesse an ungewöhnlichen Stellen. | Ernst bis lebensbedrohlich |
| Purpura haemorrhagica | Immunreaktion nach Druse: Ödeme, Blutungen in Haut/Schleimhäuten. Tritt 2-4 Wochen nach Erkrankung auf. | Lebensbedrohlich – Notfall! |
⚠️ Bastard Druse: Die gefürchtete Komplikation
Bei etwa 1-2% der Fälle streuen die Bakterien über das Blut in andere Organe. Anzeichen können sein:
- Anhaltend hohes Fieber trotz Behandlung
- Koliksymptome (Abszesse im Bauchraum)
- Neurologische Symptome (Abszesse im Gehirn)
- Atemprobleme (Abszesse in der Lunge)
Bei Verdacht sofort den Tierarzt informieren! Bastard-Druse erfordert intensive Behandlung.
4. Ansteckung und Übertragung
Druse ist extrem ansteckend. Zu verstehen, wie sie übertragen wird, ist der Schlüssel zur Prävention!
Übertragungswege
Direkter Kontakt
Der häufigste Übertragungsweg: Nase-zu-Nase-Kontakt zwischen Pferden, Beschnuppern, gemeinsames Trinken. Die Bakterien befinden sich im Nasenausfluss und Eiter.
Kontaminierte Gegenstände
Eimer, Tränken, Futterkrippen, Halfter, Putzzeug, Decken – alles was mit infiziertem Nasenausfluss in Kontakt kommt, kann die Bakterien übertragen.
Menschen als Überträger
Menschen stecken sich nicht an, können aber Bakterien auf Händen, Kleidung und Schuhen von Pferd zu Pferd tragen!
Tröpfcheninfektion
Beim Husten und Schnauben werden Bakterien in die Luft geschleudert. In geschlossenen Ställen bis zu 10 Meter weit!
Das Ausscheider Problem
Etwa 10% der genesenen Pferde werden zu "stillen Ausscheidern": Sie zeigen keine Symptome mehr, tragen aber noch Bakterien in sich (in den Luftsäcken) und können andere Pferde anstecken – manchmal monatelang oder sogar jahrelang!
Deshalb ist eine Nachuntersuchung nach der Genesung so wichtig!
Risikogruppen
- Junge Pferde (1-5 Jahre) – höchstes Erkrankungsrisiko, Immunsystem noch unerfahren
- Neu eingestallte Pferde – bringen möglicherweise Erreger mit oder sind immunologisch "naiv"
- Gestresste Pferde – Transport, Stallwechsel, Turniere schwächen das Immunsystem
- Immungeschwächte Pferde – ältere Pferde, chronisch kranke Tiere
- Pferde in großen Beständen – mehr Kontakte = höheres Risiko
Wann ist ein Pferd ansteckend?
- Ab dem ersten Fiebertag – noch bevor andere Symptome sichtbar sind!
- Während der gesamten Krankheit – besonders bei eitrigem Nasenausfluss
- Bis zu 6 Wochen nach Genesung – auch ohne Symptome
- Dauerhaft bei Ausscheidern – ohne Symptome, aber infektiös
5. Diagnose beim Tierarzt
Die klinischen Symptome sind oft eindeutig, aber eine labordiagnostische Bestätigung ist wichtig – auch für die Meldepflicht und um Ausscheider zu identifizieren.
Diagnostische Methoden
| Methode | Material | Aussagekraft |
|---|---|---|
| Klinische Untersuchung | Pferd | Verdachtsdiagnose anhand typischer Symptome |
| Nasentupfer PCR | Abstrich aus Nase | Schnell, sensitiv, weist Erreger-DNA nach |
| Luftsack Spülung | Spülprobe | Wichtig zum Ausschluss von Ausscheidern |
| Bakterienkultur | Eiter, Abstrich | Goldstandard, aber dauert 24-48 Stunden |
| Blutuntersuchung | Blut | Entzündungsparameter, Antikörper |
Wann ist ein Pferd "frei"?
Nach der Genesung sollte das Pferd auf Ausscheider-Status getestet werden. Dazu sind drei negative Nasentupfer-PCRs im Abstand von je einer Woche nötig. Bei Verdacht auf Luftsack-Empyem (Eiteransammlung im Luftsack) wird zusätzlich eine Luftsack-Spülung durchgeführt.
6. Behandlung und Pflege
Die Behandlung von Druse ist ein kontroverses Thema unter Tierärzten. In vielen Fällen heilt Druse von selbst aus – die Frage ist, wann Antibiotika sinnvoll sind.
Grundsätzliche Therapie
- Isolation – Infiziertes Pferd von anderen Pferden trennen
- Ruhe – Kein Training, Schonung während der akuten Phase
- Fieberkontrolle – Täglich Temperatur messen
- Flüssigkeit – Ausreichend Wasser anbieten (lauwarm bei Schluckbeschwerden)
- Weiches Futter – Eingeweichtes Heu, Mash bei Schluckproblemen
- Wärme für Abszesse – Feuchtwarme Umschläge beschleunigen Reifung
- Abszessspaltung – Reife Abszesse vom Tierarzt öffnen lassen
Antibiotika: Ja oder Nein?
Die Antibiotika Kontroverse
Argument dagegen: Antibiotika in der frühen Phase können die Abszessbildung unterdrücken, aber nicht alle Bakterien abtöten. Das kann zu "Kalten Abszessen" führen, die nicht aufbrechen und zu Ausscheidern werden.
Argument dafür: Bei schwerem Verlauf, Komplikationen oder gefährdeten Pferden können Antibiotika lebensrettend sein.
Fazit: Die Entscheidung trifft der Tierarzt individuell! Nicht eigenmächtig handeln.
Pflegemaßnahmen zu Hause
- Feuchtwarme Umschläge auf geschwollene Lymphknoten (mehrmals täglich) – fördert Reifung und Aufbrechen der Abszesse
- Nasenausfluss sanft entfernen – mit feuchten Tüchern, Einwegtücher verwenden!
- Frische Luft – Gute Belüftung, aber keine Zugluft
- Appetitanregendes Futter – Äpfel, Karotten, Mash, wenn das Pferd schlecht frisst
- Temperaturkontrolle – 2x täglich messen und dokumentieren
Positiv: Die meisten Pferde erholen sich vollständig!
Bei unkompliziertem Verlauf sind die meisten Pferde nach 4-6 Wochen wieder vollständig genesen und entwickeln eine natürliche Immunität, die 5 Jahre oder länger anhalten kann.
7. Quarantäne und Hygiene
Bei Druse ist striktes Hygienemanagement das A und O, um eine Ausbreitung zu verhindern!
Quarantänemaßnahmen im Stall
-
Sofortige Isolation
Infizierte/verdächtige Pferde in separate Box oder Bereich. Mindestens 10 Meter Abstand zu anderen Pferden. Idealerweise separates Gebäude. -
Kontaktgruppen bilden
Pferde einteilen in: Infiziert, Kontakt gehabt, Kein Kontakt. Jede Gruppe separat halten und versorgen. -
Separate Ausrüstung
Jedes infizierte Pferd bekommt eigenes Putzzeug, Halfter, Eimer, Decken. Diese Gegenstände NUR für dieses Pferd verwenden! -
Reihenfolge beachten
Immer zuerst gesunde Pferde versorgen, dann Kontaktpferde, zuletzt infizierte Pferde. Nie umgekehrt! -
Schutzkleidung
Bei Betreten der Quarantäne: Overalls/Kittel und Überziehschuhe. Bei Verlassen: Hände waschen, Kleidung wechseln. -
Desinfektion
Alle Gegenstände nach Gebrauch desinfizieren. Boxen täglich reinigen. Hände waschen nach jedem Kontakt!
Geeignete Desinfektionsmittel
Streptococcus equi ist relativ empfindlich gegen gängige Desinfektionsmittel:
- Peressigsäure-basierte Mittel (z.B. Wofasteril)
- Aldehydhaltige Mittel
- Chlorhaltige Mittel
- Heißes Wasser (über 60°C) zum Auswaschen von Eimern
Wie lange dauert die Quarantäne?
| Situation | Quarantänedauer |
|---|---|
| Infiziertes Pferd | Bis 3x negative PCR Tests (Abstand je 1 Woche) |
| Kontaktpferde ohne Symptome | Mind. 3 Wochen nach letztem Kontakt + Fieberfreiheit |
| Gesamter Bestand | Mind. 4-6 Wochen nach letztem Fall, oft länger |
Stallsperre: Was bedeutet das?
- Kein Pferd verlässt den Stall – keine Ausritte, Turniere, Verladen
- Kein neues Pferd kommt rein – kein Einstellerwechsel, Besuche
- Besucher minimieren – nur notwendige Personen (Tierarzt, Hufschmied)
- Andere Stallbenutzer informieren – Transparenz ist wichtig!
8. Vorbeugung und Immunsystem
Die beste Strategie gegen Druse ist Vorbeugung! Ein starkes Immunsystem und gutes Management reduzieren das Risiko erheblich.
Vorbeugende Maßnahmen
- Quarantäne für Neuzugänge – Mind. 2-3 Wochen getrennt halten, Temperatur kontrollieren
- Hygienestandards im Stall – Regelmäßige Reinigung, getrennte Eimer und Putzzeug
- Fieberkontrolle – Bei Verdacht oder nach Kontakt täglich messen
- Stress reduzieren – Transporte minimieren, Umstellungen langsam
- Immunsystem stärken – Besonders vor Risikosituationen (Transport, Turnier)
- Kontakte begrenzen – Nicht jedes Pferd muss jedes andere beschnuppern
- Nach Turnieren/Fremdstalläufen – Temperatur 2 Wochen kontrollieren
Impfung gegen Druse
Die Druse Impfung
Es gibt einen Impfstoff gegen Druse (Equilis StrepE), der als Schleimhautimpfung in der Oberlippe verabreicht wird.
Wichtig zu wissen:
- Schützt nicht zu 100%, aber reduziert Schwere und Dauer der Erkrankung
- Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen
- Auffrischung: Alle 3 Monate in Risikobeständen
- Nicht impfen während eines Ausbruchs oder bei bereits infizierten Pferden!
- Besonders sinnvoll für Pferde mit viel Kontakt (Turniere, Pensionsställe)
Das Immunsystem natürlich unterstützen
Ein starkes Immunsystem kann die Abwehrkräfte deines Pferdes unterstützen – besonders in Risikozeiten wie Herbst/Winter, vor Stallwechseln oder Turnierreisen.
IMMUNSTARK – Traditionelle Kräuter für die Abwehrkräfte
Unsere Kräutermischung IMMUNSTARK vereint traditionelle Kräuter, die seit Generationen zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr eingesetzt werden u.a.:
- Echinacea – traditionell für die Abwehrkräfte
- Taigawurzel – traditionelle Adaptogen Pflanze
Anwendung: Besonders geeignet als Kur vor Risikosituationen (Stallwechsel, Turnierreise, Herbst/Winter) oder zur saisonalen Unterstützung.
Wichtiger Hinweis
Kräuter können das Immunsystem unterstützen, aber sie ersetzen keine Impfung oder tierärztliche Behandlung! Bei Druse-Verdacht oder -Ausbruch ist sofort der Tierarzt zu rufen. IMMUNSTARK ist kein Medikament und nicht zur Behandlung von Druse geeignet.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mich als Mensch mit Druse anstecken?
Nein – Streptococcus equi befällt ausschließlich Equiden (Pferde, Esel, Maultiere). Menschen können sich nicht infizieren. ABER: Menschen können die Bakterien auf Händen, Kleidung und Schuhen von Pferd zu Pferd übertragen! Deshalb sind Hygienemaßnahmen auch für Menschen wichtig.
Wie erkenne ich Druse frühzeitig?
Das erste und wichtigste Warnsignal ist Fieber (über 39°C) – oft bevor andere Symptome auftreten! Deshalb: Bei Verdacht oder nach Kontakt mit fremden Pferden regelmäßig Temperatur messen. Weitere frühe Anzeichen: Mattigkeit, schlechter Appetit, wässriger Nasenausfluss. Wenn du die Kehlgangsdrüsen (zwischen den Unterkiefern) regelmäßig abtastest, kannst du Schwellungen früh erkennen.
Wie lange ist ein Pferd mit Druse ansteckend?
Ein infiziertes Pferd ist ab dem ersten Fiebertag ansteckend – also noch bevor die typischen Symptome sichtbar sind! Die Ansteckungsfähigkeit hält während der gesamten Krankheit an und kann bis zu 6 Wochen nach der Genesung fortbestehen. Etwa 10% der Pferde werden zu "stillen Ausscheidern" und bleiben monatelang oder sogar jahrelang infektiös, ohne Symptome zu zeigen. Deshalb sind Nachtests so wichtig!
Mein Pferd hatte Druse – ist es jetzt immun?
Ja, nach überstandener Druse entwickeln die meisten Pferde eine natürliche Immunität, die etwa 5 Jahre oder länger anhält. Allerdings gibt es verschiedene Stämme von Streptococcus equi, und die Immunität ist nicht immer vollständig. Ein erneutes Anstecken ist möglich, aber der Verlauf ist meist milder. Wichtig: Prüfen lassen, ob dein Pferd Ausscheider ist!
Muss ich bei Druse den ganzen Stall sperren?
In der Regel ja. Druse ist meldepflichtig, und das Veterinäramt kann eine Stallsperre anordnen. Auch ohne behördliche Anordnung ist es ethisch geboten, den Stall zu sperren, um die Ausbreitung zu verhindern. Das bedeutet: Keine Pferde raus (keine Ausritte, Turniere), keine neuen Pferde rein, Besucherverkehr minimieren. Die Sperre gilt, bis alle Pferde nachweislich frei sind.
Sollte ich mein Pferd gegen Druse impfen lassen?
Das hängt von der Risikosituation ab. Eine Impfung ist besonders sinnvoll für Pferde, die viel Kontakt mit fremden Pferden haben (Turniere, Pensionsstall mit Wechsel, Reitschule) oder in einer Region mit häufigen Druse-Ausbrüchen leben. Die Impfung schützt nicht zu 100%, aber reduziert die Schwere der Erkrankung. Besprich die Entscheidung mit deinem Tierarzt!
Was ist ein "stiller Ausscheider" und wie gefährlich ist das?
Ein stiller Ausscheider ist ein Pferd, das nach überstandener Druse noch Bakterien in sich trägt (meist in den Luftsäcken), aber keine Symptome mehr zeigt. Diese Pferde sind besonders gefährlich, weil sie unerkannt andere Pferde anstecken können – manchmal über Monate oder Jahre! Etwa 10% der genesenen Pferde werden zu Ausscheidern. Deshalb sind Nachtests (3x negative PCR oder Luftsackspülung) so wichtig, bevor ein Pferd wieder zu anderen darf.
Wie kann ich mein Pferd vor Druse schützen?
Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind: (1) Quarantäne für Neuzugänge (mind. 2-3 Wochen), (2) Hygiene (getrennte Eimer, Putzzeug), (3) Fieberkontrolle nach Kontakt mit fremden Pferden, (4) Impfung bei hohem Risiko, (5) Immunsystem stärken durch gute Haltung, Fütterung und ggf. unterstützende Kräuter. Bei Ausbrüchen in der Umgebung: Besonders vorsichtig sein und Kontakte minimieren!