Der Herbst ist da – Zeit für die traditionelle Herbstkur! Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für viele Pferdebesitzer die Zeit der Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit. Eine Herbstkur mit bewährten Kräutern ist dabei seit Jahrhunderten Teil der traditionellen Pferdepflege.
In diesem Ratgeber erfährst du alles über den optimalen Zeitpunkt, die richtige Dauer und die bewährten Kräuter für eine erfolgreiche Herbstkur – sowie warum diese Unterstützung auch ganzjährig sinnvoll sein kann.
Warum eine Herbstkur sinnvoll sein kann
Der Übergang vom Sommer zum Herbst stellt Pferde vor besondere Herausforderungen. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen schwanken, und der Fellwechsel beginnt. In der traditionellen Pferdehaltung hat sich daher die Herbstkur als bewährte Maßnahme etabliert.
Was passiert im Herbst?
- Fellwechsel: Der Körper stellt auf Winterfell um – ein energieintensiver Prozess
- Temperaturschwankungen: Warme Tage und kalte Nächte belasten den Organismus
- Weniger Weidegang: Oft wird die Weidezeit reduziert, frisches Gras wird knapper
- Feuchtigkeit: Matsch, Regen und hohe Luftfeuchtigkeit prägen den Stall- und Paddockalltag
- Lichtmangel: Kürzere Tage bedeuten weniger Sonnenlicht und damit weniger Vitamin D
Die Tradition der Herbstkur
Die Herbstkur hat eine lange Tradition in der Pferdehaltung. Schon vor Jahrhunderten wussten erfahrene Pferdeleute: Die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit beginnt nicht erst, wenn der erste Schnee fällt – sondern Wochen vorher.
Die Idee hinter der Herbstkur
Die Herbstkur basiert auf dem Prinzip der präventiven Unterstützung: Anstatt zu warten, bis Probleme auftreten, wird der Körper frühzeitig auf die kommenden Belastungen vorbereitet.
In der traditionellen Phytotherapie werden dafür Kräuter eingesetzt, die:
- Adaptogene & immunmodulierende Eigenschaften haben (wie Taigawurzel)
- Reich an Polyphenolen sind (wie Zistrose)
- Traditionell geschätzt werden (wie Echinacea)
Wichtig zu verstehen
Die Herbstkur ist eine ernährungsphysiologische Unterstützung, kein Medikament. Sie ersetzt nicht die tierärztliche Behandlung bei Erkrankungen. Bei gesundheitlichen Problemen sollte immer ein Tierarzt konsultiert werden.
Der optimale Zeitpunkt für die Herbstkur
Timing ist entscheidend! Eine Herbstkur entfaltet ihre beste Wirkung, wenn sie rechtzeitig vor den eigentlichen Belastungen begonnen wird – nicht erst, wenn diese bereits eingetreten sind.
Der ideale Zeitplan
Kräuter besorgen
Idealer Beginn
4-6 Wochen Dauer
Pause einlegen
Warum September/Oktober?
Vor den Temperaturschwankungen
Die größten Temperaturschwankungen kommen oft erst im späten Herbst. Wer im September beginnt, gibt dem Körper Zeit zur Vorbereitung.
Während des Fellwechsels
Der Fellwechsel beginnt meist im September. Die Kräuter können den Körper während dieses energieintensiven Prozesses unterstützen.
Ausreichend Zeit
Kräuter brauchen Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. 4-6 Wochen sind optimal – und die hat man, wenn man rechtzeitig beginnt.
Noch gute Bedingungen
Im September ist das Wetter oft noch mild. Das Pferd ist weniger belastet und kann die Kräuter gut verwerten.
Empfehlung: Die 4-6 Wochen Regel
Klassische Herbstkur: 4-6 Wochen im September/Oktober. Danach Pause von mindestens 4 Wochen.
Bei erhöhtem Bedarf: Die Kur kann auf 8 Wochen verlängert werden. Nach 3 Monaten kontinuierlicher Fütterung sollte jedoch eine Pause von 2-4 Wochen eingelegt werden.
Für welche Pferde ist die Herbstkur besonders geeignet?
Grundsätzlich kann jedes Pferd von einer jährlichen Herbstkur profitieren. Bei manchen Pferden ist die Unterstützung jedoch besonders sinnvoll:
Ältere Pferde
Mit zunehmendem Alter kann die Anpassungsfähigkeit des Körpers nachlassen. Ältere Pferde profitieren oft besonders von der ernährungsphysiologischen Unterstützung.
Pferde unter Stress
Stallwechsel, Turniere, neue Herdenmitglieder – Stress kann sich auf das Wohlbefinden auswirken. Die Taigawurzel gilt als adaptogen und stressregulierend.
Nach Antibiotikagabe
Nach einer Antibiotika Behandlung kann der Körper Unterstützung gebrauchen. Eine Kur kann zur Regeneration beitragen.
Nach Erkrankungen
In der Rekonvaleszenz nach Erkrankungen kann eine Kräuterkur zur Unterstützung sinnvoll sein – immer in Absprache mit dem Tierarzt.
Sportpferde
Pferde mit hoher Belastung haben einen erhöhten Bedarf. Die Herbstkur kann Teil eines ganzheitlichen Managements sein.
Offenstallpferde
Pferde in Offenstallhaltung sind den Witterungseinflüssen besonders ausgesetzt. Eine Herbstkur kann hier sinnvoll sein.
⚠️ Wann du vorsichtig sein solltest
- Turnierpferde: Die Kräuter können dopingrelevante Substanzen enthalten. Karenzzeiten beachten!
- Tragende Stuten: Bei trächtigen Stuten vor der Anwendung den Tierarzt konsultieren
- Pferde mit Vorerkrankungen: Bei chronischen Erkrankungen immer Rücksprache mit dem Tierarzt halten
- Fohlen: Nicht für Fohlen unter 6 Monaten geeignet
Die bewährten Kräuter der Herbstkur
In der traditionellen Phytotherapie haben sich bestimmte Pflanzen für die Herbstkur bewährt. Sie ergänzen sich synergistisch und decken verschiedene Aspekte der Unterstützung ab.
Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)
Das vielseitige Adaptogen – Hauptbestandteil von IMMUNSTARK
Enthält Eleutherosid E (bis 1,5%) und immunmodulierende Polysaccharide. Die Taigawurzel hat drei traditionell geschätzte Eigenschaften: adaptogen, immunmodulierend und leistungsunterstützend.
Zistrose (Cistus incanus)
Die polyphenolreiche Mittelmeer Pflanze
Extrem reich an Polyphenolen (bis 12% – mehr als Grüntee!). Diese sekundären Pflanzenstoffe haben antioxidative Eigenschaften.
Echinacea (Echinacea purpurea)
Der Phytotherapie Klassiker aus Nordamerika
Reich an Polysacchariden, Alkylamiden und Kaffeesäurederivaten. Einer der am häufigsten verwendeten Pflanzen in der traditionellen Phytotherapie.
Wasserdost (Eupatorium perfoliatum)
Das traditionelle Phytotherapie Kraut
Enthält Sesquiterpenlactone, Flavonoide und ätherische Öle. Seit Jahrhunderten in der Volksmedizin geschätzt.
Katzenkralle (Uncaria tomentosa)
Die südamerikanische Regenwaldpflanze
Enthält Oxindol Alkaloide, Triterpene und Polyphenole. Wird traditionell in Südamerika hochgeschätzt.
Das synergistische Prinzip
Die 5 Kräuter wurden nicht wahllos zusammengestellt, sondern nach phytotherapeutischen Gesichtspunkten synergistisch kombiniert:
- Adaptogene Komponente: Taigawurzel – adaptogen, immunmodulierend & leistungsunterstützend
- Polyphenolreiche Komponente: Zistrose – reich an antioxidativen Pflanzenstoffen
- Klassische Phytotherapie: Echinacea – der bewährte Klassiker aus Nordamerika
- Traditionelle Ergänzung: Wasserdost & Katzenkralle – runden die Mischung ab
Qualität ist entscheidend
Arzneibuchqualität
Achte auf Kräuter in Arzneibuchqualität (PhEur). Diese garantiert standardisierte Wirkstoffgehalte und pharmazeutische Reinheit.
Laborgeprüft
Seriöse Anbieter lassen ihre Kräuter auf Wirkstoffgehalt laborprüfen. So kannst du sicher sein, dass die Kräuter auch wirken.
Richtige Pflanzenteile
Nicht jeder Pflanzenteil enthält die gleichen Wirkstoffe. Bei Taigawurzel z.B. ist die Wurzel der wirksame Teil.
Schadstoffgeprüft
Die Kräuter sollten auf Pestizide, Schwermetalle und Schadstoffe geprüft sein – besonders wichtig bei importierten Kräutern.
So führst du die Herbstkur durch
Anleitung für die Herbstkur
Den richtigen Zeitpunkt wählen
Starte die Kur im September oder Anfang Oktober – bevor die kalte, nasse Jahreszeit richtig beginnt. Plane 4-6 Wochen ein.
Die richtige Dosierung beachten
Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht deines Pferdes:
- 300-450 kg: 15-20g täglich
- 450-600 kg: 20-25g täglich
- Über 600 kg: 25-30g täglich
Täglich füttern
Die Kräuter sollten täglich gefüttert werden, um ihre Wirkung optimal zu entfalten. Unter das Futter mischen oder separat anbieten.
Geduld haben
Kräuter wirken nicht sofort! Erste Veränderungen können nach 2-3 Wochen kontinuierlicher Fütterung beobachtet werden.
Pause einhalten
Nach der 4-6 wöchigen Kur sollte eine Pause von mindestens 4 Wochen eingelegt werden.
Fütterungsempfehlung im Detail
| Pferdegewicht | Tägliche Menge | Reichweite (1 kg) |
|---|---|---|
| 300-450 kg | 15-20g (1-2 Messlöffel) | 50-66 Tage |
| 450-600 kg | 20-25g (2-3 Messlöffel) | 40-50 Tage |
| Über 600 kg | 25-30g (3-4 Messlöffel) | 33-40 Tage |
Tipp: Kombination mit Darmunterstützung
70-80% der Immunzellen befinden sich im Darm! Daher ist die Darmgesundheit essenziell. Die Herbstkur lässt sich ideal mit Darmkräutern kombinieren – für einen ganzheitlichen Ansatz.
Nicht nur im Herbst: Ganzjährige Anwendung bei Bedarf
Die Bezeichnung "Herbstkur" bezieht sich auf den traditionellen Anwendungszeitpunkt – doch die gleichen Kräuter können auch ganzjährig bei erhöhtem Bedarf eingesetzt werden.
Fellwechsel
Bei Stress
Traditionelle Kur
Bei Bedarf
Im Frühling
Der Fellwechsel im Frühjahr ist ebenso anspruchsvoll wie im Herbst. Eine kurze Kur kann auch hier unterstützen.
Im Sommer
Bei Turnierstress, Stallwechsel oder anderen belastenden Situationen können die Kräuter auch im Sommer eingesetzt werden.
Im Winter
Bei erhöhtem Bedarf während der kalten Jahreszeit kann die Herbstkur verlängert oder wiederholt werden.
Nach Behandlungen
Nach Antibiotikagaben oder Erkrankungen kann eine Kräuterkur zur Unterstützung der Regeneration beitragen.
⚠️ Wichtig: Pausen einhalten!
Auch bei ganzjähriger Anwendung gilt: Nach 3 Monaten kontinuierlicher Fütterung sollte eine Pause von 3-4 Wochen eingelegt werden.
Ergänzende Maßnahmen für den Herbst
Die Herbstkur ist ein wichtiger Baustein – aber nicht der einzige. Für optimale Ergebnisse solltest du auch diese Aspekte beachten:
Ausgewogene Ernährung
Ausreichend Raufutter, qualitatives Mineralfutter und angepasste Kraftfuttergaben.
Ausreichend Wasser
Auch wenn es kühler wird: Pferde brauchen viel frisches Wasser!
Regelmäßige Bewegung
Tägliche Bewegung hält den Kreislauf in Schwung und fördert das Wohlbefinden.
Gute Stallhygiene
Sauberer, gut belüfteter Stall – besonders wichtig bei mehr Stallzeit.
Gesundheitscheck
Impfungen und Entwurmung rechtzeitig durchführen.
Stress minimieren
Stabile Herde, regelmäßige Routinen und ruhiger Umgang.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Herbstkur beim Pferd?
Der ideale Zeitpunkt liegt im September und Oktober – also vor Beginn der kalten, nassen Jahreszeit. So hat der Körper Zeit, sich auf die kommenden Monate vorzubereiten. Die Kur sollte 4-6 Wochen dauern.
Wie lange sollte eine Herbstkur beim Pferd dauern?
Eine klassische Herbstkur dauert 4-6 Wochen. Bei erhöhtem Bedarf kann sie auf 8 Wochen verlängert werden. Nach der Kur sollte eine Pause von mindestens 4 Wochen eingelegt werden.
Welche Kräuter eignen sich für eine Herbstkur beim Pferd?
Traditionell werden z.B. Taigawurzel (adaptogen, immunmodulierend), Zistrose (polyphenolreich), Echinacea (Sonnenhut), Wasserdost und Katzenkralle verwendet. Diese Kräuter ergänzen sich synergistisch.
Für welche Pferde ist eine Herbstkur besonders sinnvoll?
Besonders sinnvoll für: ältere Pferde, Pferde unter Stress, nach Erkrankungen oder Antibiotikagaben, Sportpferde und Offenstallpferde. Bei Turnierpferden Karenzzeiten beachten!
Kann ich eine Herbstkur auch im Frühjahr oder Sommer durchführen?
Ja! Die gleichen Kräuter können ganzjährig bei erhöhtem Bedarf eingesetzt werden – ob im Frühjahr zum Fellwechsel, im Sommer bei Stress oder im Winter. Wichtig: Nach 3 Monaten Pause einlegen.
Worauf sollte ich bei der Qualität der Kräuter achten?
Achte auf Arzneibuchqualität (PhEur) – diese garantiert standardisierte Wirkstoffgehalte. Die Kräuter sollten auf Schadstoffe, Pestizide und Schwermetalle geprüft sein.
Kann ich die Herbstkur mit anderen Kräutern kombinieren?
Ja! Besonders sinnvoll ist die Kombination mit Darmkräutern da 70-80% der Immunzellen im Darm sitzen. Auch Atemkräuter können bei Bedarf ergänzt werden.
Wann sehe ich erste Veränderungen nach der Herbstkur?
Erste Veränderungen können nach 2-3 Wochen kontinuierlicher Fütterung beobachtet werden. Die volle Wirkung entfaltet sich über die gesamte Kurdauer von 4-6 Wochen.