Was du wissen solltest, bevor du dich für ein flüssiges Kräuterprodukt entscheidest
Schnellantwort: Kräutersäfte für Pferde haben gravierende Nachteile: Sie benötigen Konservierungsstoffe (auch wenn manche Hersteller das verschweigen), enthalten oft nur Aromaöle statt echter Kräuter, bestehen zu 75-98% aus Wasser und kosten auf den Wirkstoff bezogen bis zu 4x mehr als getrocknete Kräuter. Marktpreise: 55-90€ pro Liter für verdünntes Wasser mit Zusatzstoffen. Hochwertige getrocknete Kräuter in Arzneibuchqualität sind günstiger UND wirksamer.
1. Versteckte Konservierungsstoffe – Die Deklarationslücke
Kräutersäfte sind durch ihre flüssige Form extrem anfällig für mikrobiellen Befall. Ohne Konservierung würden sie innerhalb weniger Tage verderben – Schimmel, Hefen und Bakterien finden in der wässrigen Umgebung ideale Wachstumsbedingungen.
Worüber selten gesprochen wird
Manche Hersteller werben mit „ohne Konservierungsstoffe" – doch das ist oft nur die halbe Wahrheit. Wie ist ein flüssiges Produkt monatelang haltbar ohne Konservierung?
Die Deklarationslücke
Laut EU-Futtermittelverordnung müssen Zusatzstoffe nur deklariert werden, wenn sie dem Endprodukt direkt zugesetzt werden. Konservierungsstoffe, die bereits in Vorprodukten oder Rohstoffen enthalten sind, müssen unter bestimmten Umständen nicht auf der Zutatenliste erscheinen.
Typische Konservierungsstoffe in Kräutersäften
- Kaliumsorbat (E202): Hemmt Schimmel und Hefen, kann Allergien auslösen
- Natriumbenzoat (E211): Wirksam gegen Bakterien, kann mit Vitamin C zu Benzol reagieren
- Zitronensäure: Senkt den pH-Wert, wird oft nicht als Konservierungsmittel wahrgenommen
- Alkohol: In „Extrakten" oft als Konservierung verwendet
Was das für dein Pferd bedeutet
Konservierungsstoffe müssen von Leber und Nieren abgebaut werden. Bei täglicher Fütterung über Wochen oder Monate kann das die Entgiftungsorgane belasten. Besonders problematisch bei Pferden, die ohnehin Stoffwechselprobleme haben oder deren Leber bereits belastet ist.
So erkennst du versteckte Konservierung
- Haltbarkeit prüfen: Monatelang haltbar ohne Kühlung? Dann ist Konservierung im Spiel.
- Zutatenliste genau lesen: „Zitronensäure", „natürliche Säuerungsmittel", „pflanzliche Extrakte" können Konservierungsfunktion haben.
- Beim Hersteller nachfragen: Wie wird die Haltbarkeit ohne Konservierung erreicht?
- Logik anwenden: Wasser + organisches Material = Verderb. Ohne Ausnahme.
2. Aromaöle statt echter Kräuter – Ein kritischer Blick
Ein weiteres Problem bei manchen Kräutersäften: Sie enthalten gar keine echten Kräuterextrakte, sondern nur ätherische Öle oder Aromastoffe, die den Geschmack und Geruch von Kräutern imitieren.
Die Aroma Frage
Auf der Verpackung steht „mit Thymian" oder „enthält Fenchel" – aber was ist wirklich drin?
Echter Kräuterextrakt vs. Aromaöl
- Echter Kräuterextrakt: Enthält das vollständige Wirkstoffspektrum der Pflanze – Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Bitterstoffe und ätherische Öle im natürlichen Verbund.
- Aromaöl/ätherisches Öl: Enthält NUR die flüchtigen, aromatischen Bestandteile. Alle anderen Wirkstoffe fehlen komplett.
Der Unterschied
Aromaöle riechen und schmecken nach Kräutern – aber sie enthalten nicht das vollständige Wirkstoffprofil, das Kräuter so wertvoll macht.
Beispiel: Thymian
Echter Thymian enthält: Thymol, Carvacrol, Flavonoide, Gerbstoffe, Triterpene, Rosmarinsäure – im natürlichen Verbund, der die Wirkung verstärkt.
Thymian Aromaöl enthält: Hauptsächlich Thymol und Carvacrol – die anderen Wirkstoffe fehlen.
Fazit: Ein Produkt „mit Thymian-Aroma" ist KEIN Ersatz für echten Thymian!
Worauf du achten solltest
- Zutatenliste genau lesen: Steht dort „Aroma", „natürliches Aroma", „ätherisches Öl" oder nur der Kräutername?
- Mengenangaben prüfen: Wie viel Gramm Kraut pro Liter? Keine Angabe = Verdacht auf Aroma.
- Preis vergleichen: Echte Kräuterextrakte sind teuer in der Herstellung. Billige Produkte nutzen oft Aromaöle.
- Beim Hersteller nachfragen: Werden echte Kräuter extrahiert oder Aromaöle zugesetzt?
3. Deklarationen richtig lesen: Was die Begriffe bedeuten
Futtermittel-Deklarationen sind für Laien oft schwer zu verstehen. Hier erklären wir die wichtigsten Begriffe – damit du selbst beurteilen kannst, was du kaufst.
Die Reihenfolge der Zutaten
Zutaten werden in absteigender Reihenfolge nach Gewicht aufgelistet. Was an erster Stelle steht, ist am meisten enthalten.
- Steht "Wasser" oder "Apfelessig" an erster Stelle? → Das ist die Hauptzutat.
- Stehen die beworbenen Kräuter erst weiter hinten? → Davon ist weniger enthalten.
- Beispiel: "Apfelessig, Glycerin, Wasser, Kräuterextrakt..." → Die Kräuter machen nur einen Bruchteil aus.
Feuchtigkeitsgehalt verstehen
Der Feuchtigkeitsgehalt zeigt, wie viel Wasser im Produkt ist:
- Feuchtigkeit 75% = Drei Viertel des Produkts ist Wasser
- Feuchtigkeit 90% = Neun Zehntel ist Wasser
- Feuchtigkeit 98% = Fast nur Wasser
Zum Vergleich: Getrocknete Kräuter haben typischerweise 8-12% Feuchtigkeit – der Rest sind Wirkstoffe.
"Sensorische Zusatzstoffe" – Was bedeutet das?
Dieser Begriff klingt harmlos, ist aber entscheidend:
- Sensorische Zusatzstoffe sind Stoffe, die Geruch, Geschmack oder Aussehen beeinflussen.
- Dazu gehören: Aromastoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker
- Wenn Kräuterextrakte unter "Sensorische Zusatzstoffe" stehen: Sie dienen primär dem Geruch/Geschmack – nicht als Wirkstoff!
Beispiel-Deklaration:
Übersetzung: Die Kräuter-Extrakte sind hier als AROMASTOFFE deklariert – sie sollen nach Kräutern riechen/schmecken. Das ist etwas anderes als ein therapeutisch dosierter Kräuterextrakt!
Versteckte Konservierung erkennen
Ein Produkt mit hohem Wassergehalt braucht Konservierung. Die kann offen deklariert sein – oder versteckt:
Offen deklarierte Konservierungsstoffe:
- Kaliumsorbat (E202 oder 1k202)
- Natriumpropionat (E281 oder 1k281)
- Zitronensäure (E330 oder 1a330) – oft in Kombination
Versteckte Konservierung:
- 1,2-Propandiol – ein Lösungs- und Feuchthaltemittel, wirkt auch konservierend. Steht oft unauffällig in der "Zusammensetzung".
- Glycerin – in hohen Konzentrationen konservierend
- Essig/Apfelessig – säuert und konserviert
Faustregel: Wenn ein Produkt mit 75%+ Wasser "ohne Konservierungsstoffe" wirbt und trotzdem monatelang haltbar ist → Schau genau hin, WIE die Haltbarkeit erreicht wird.
Verdickungsmittel – Wenn Wasser "gehaltvoll" wirken soll
Ein wässriges Produkt fühlt sich dünn und billig an. Die Lösung mancher Hersteller: Verdickungsmittel!
Häufig verwendete Verdickungsmittel:
- Xanthangummi (E415) – Ein Polysaccharid, das schon in kleinen Mengen Flüssigkeiten stark verdickt. Wird auch in Salatdressings und Saucen verwendet.
- Gummi Arabicum – Natürliches Verdickungsmittel aus Akaziensaft
- Kieselsäure – Als "Bindemittel" deklariert
- Pektin – Aus Früchten gewonnenes Geliermittel
Was passiert hier wirklich?
Ein Produkt mit 80-90% Wasser wird durch Xanthangummi zu einer dickflüssigen Masse, die sich "wertvoller" anfühlt. Der Kunde denkt: "Das ist ja richtig gehaltvoll!" – dabei ist es hauptsächlich verdicktes Wasser.
Erkennungszeichen: Steht "Xanthangummi", "E415", "Verdickungsmittel" oder "Bindemittel" in der Deklaration? Dann frag dich: Warum muss ein "natürliches Kräuterprodukt" künstlich verdickt werden?
"ADMR-konform" – Was bedeutet das wirklich?
ADMR = Anti-Doping und Medikamentenkontroll-Regeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)
"ADMR-konform" bedeutet NUR:
Das Produkt enthält keine Substanzen, die auf der Dopingliste stehen. Du darfst es auf Turnieren füttern.
"ADMR-konform" bedeutet NICHT:
- ❌ Dass das Produkt wirkt
- ❌ Dass es hochwertig ist
- ❌ Dass es echte Kräuter enthält
- ❌ Dass es geprüft oder zertifiziert wurde
- ❌ Dass es einen definierten Wirkstoffgehalt hat
Das Dilemma: ADMR-konform = wirkungslos?
Hier liegt ein grundsätzliches Problem: Viele Kräuter stehen auf der ADMR-Liste, weil sie wirksam sind – z.B. Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Teufelskralle. Um "ADMR-konform" zu sein, müssen diese Kräuter entweder:
- Weggelassen werden – dann fehlt die Wirkung
- So niedrig dosiert werden, dass sie unter der Nachweisgrenze bleiben – dann fehlt ebenfalls die Wirkung
Die logische Konsequenz: Ein "ADMR-konformes" Produkt mit beruhigenden oder schmerzlindernden Kräutern kann gar nicht wirksam dosiert sein – sonst wäre es nicht ADMR-konform!
Zum Nachdenken: Leitungswasser ist auch ADMR-konform. Das macht es nicht zum Heilmittel. Wenn ein Produkt damit wirbt, frag dich: Ist das ein Qualitätsmerkmal – oder ein Hinweis auf fehlende Wirksamkeit?
Hochpreis = Hohe Qualität?
Ein hoher Preis sagt nichts über den Inhalt aus. Achte auf:
- Preis pro Liter/kg – aber auch: Was ist davon Wasser?
- Kosten pro Tag/Monat – die tatsächliche Belastung
- Wirkstoffgehalt – wie viel aktive Substanz bekommst du wirklich?
Exklusiver Vertriebsweg = Qualitätsmerkmal?
Manche Produkte werden nur über Tierärzte oder Tierheilpraktiker vertrieben. Das ist eine Marketing-Entscheidung:
- Der Vertriebsweg suggeriert Qualität und Wirksamkeit
- Man hinterfragt Empfehlungen von Experten seltener
- Der hohe Preis wird durch "Exklusivität" gerechtfertigt
Fazit: Der Vertriebsweg sagt nichts über die Qualität des Inhalts. 75% Wasser bleibt 75% Wasser – egal wer es verkauft.
Checkliste: So erkennst du Qualität
- Kräuter an erster Stelle der Zutatenliste
- Niedriger Feuchtigkeitsgehalt (bei getrockneten Kräutern unter 15%)
- Keine oder minimale Zusatzstoffe
- Transparente Mengenangaben für die Wirkstoffe
- Qualitätsstandard angegeben (z.B. Arzneibuchqualität, Ph. Eur.)
Beispiel einer transparenten Deklaration:
Analytische Bestandteile: Rohfaser 18,2%, Rohasche 8,1%, Rohprotein 14,3%, Rohfett 12,8%
Ohne Zusatzstoffe.
Kräuter als Hauptzutaten, keine Konservierungsstoffe nötig (weil getrocknet), keine Verdickungsmittel, keine Aromen.
4. Geringe Wirkstoffkonzentration – Viel Wasser, wenig Wirkung
Der größte Teil eines Kräutersaftes besteht aus Wasser. Die eigentlichen Wirkstoffe sind stark verdünnt – oft so stark, dass ein therapeutischer Effekt fraglich ist.
! Die Verdünnung
Um die gleiche Menge Wirkstoffe zu erhalten wie in 20g getrockneten Kräutern, müsstest du oft 100ml oder mehr eines Kräutersaftes füttern. Das bedeutet:
- Höherer Verbrauch pro Tag
- Schnell leere Flaschen
- Deutlich höhere Kosten
- Zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme (nicht immer erwünscht)
Wirkstoffdichte im Vergleich
Getrocknete Kräuter (Arzneibuchqualität): Definierter Mindestgehalt an Wirkstoffen, z.B. mind. 1,2% ätherisches Öl bei Thymian laut Ph. Eur.
Kräutersaft: Meist keine Angabe zum Wirkstoffgehalt. Verdünnung kann 1:10, 1:20 oder noch stärker sein.
Fazit: Bei getrockneten Kräutern weißt du, was du bekommst. Bei Säften oft nicht.
5. Der wahre Preis – So rechnest du selbst
Kräutersäfte wirken auf den ersten Blick manchmal günstig. Aber was bekommst du wirklich für dein Geld? Hier die Formeln, mit denen du selbst rechnen kannst:
Formel 1: Kosten pro Monat
Preis pro Liter ÷ Tagesdosis (in ml) × 30 = Monatskosten
Beispielrechnung:
Saft kostet 60€/Liter, Tagesdosis 40ml
1000ml ÷ 40ml = 25 Tage Reichweite
60€ ÷ 25 × 30 = 72€/Monat
Formel 2: Echter Wirkstoff pro Euro
100% − Feuchtigkeitsgehalt = Trockensubstanz
Beispielrechnung:
Saft mit 80% Feuchtigkeit:
100% − 80% = 20% Trockensubstanz
Von 1 Liter (60€) sind nur 200ml "Inhalt" – der Rest ist Wasser.
Effektiver Preis: 60€ ÷ 0,2 = 300€ pro Liter Trockensubstanz!
Typische Preisspannen am Markt
| Produkttyp | Preisspanne | Typischer Wassergehalt |
|---|---|---|
| Kräutersäfte | 20-90€/Liter | 75-98% |
| Getrocknete Kräuter | 50-120€/kg | 8-12% |
Rechenbeispiel: Mariendistel für die Leber
Variante A: Kräutersaft mit 12% Mariendistelextrakt
Bei 30ml Tagesdosis = 3,6ml Mariendistelextrakt/Tag
Bei 70€/Liter = ~63€/Monat für 3,6ml Extrakt täglich
Variante B: Getrocknete Mariendistelsamen (Arzneibuchqualität)
Empfohlene Tagesdosis: 20-30g
Bei 25g/Tag = 25g reine Mariendistel/Tag
Bei ~70€/kg = ~53€/Monat für 25g täglich
Ergebnis: Für weniger Geld bekommst du mit getrockneten Kräutern ein Vielfaches an echten Wirkstoffen.
Die Kernfragen beim Preisvergleich
Bevor du ein Produkt kaufst, stelle dir diese Fragen:
- Wie viel Wasser bezahle ich mit? (Feuchtigkeitsgehalt prüfen)
- Was sind die Hauptzutaten? (Reihenfolge in der Deklaration)
- Wie hoch ist die tatsächliche Tagesdosis an Wirkstoff?
- Was kosten vergleichbare getrocknete Kräuter?
- Zahle ich für Wasser, Konservierung und Marketing – oder für Wirkstoffe?
Die bittere Wahrheit
Bei vielen Kräutersäften zahlst du für:
- 75-98% Wasser – das teuerste Wasser, das du je gekauft hast
- Konservierungsstoffe – damit das Wasser nicht schimmelt
- Stabilisatoren und Bindemittel – damit es nicht auseinanderfällt
- Aromen – damit es nach Kräutern riecht
- Hoher Wasseranteil – mehr Gewicht beim Transport
- Marketing – "Premium", "Natur", "seit Jahrhunderten bewährt"
Was du NICHT bekommst: Die volle Wirkstoffkonzentration echter Kräuter.
6. Deklarationsunterschied Futtermittel vs Arzneimittel
Futtermittel ≠ Arzneimittel
Der entscheidende Unterschied:
| Arzneimittel | Ergänzungsfuttermittel |
|---|---|
| Muss Wirksamkeit beweisen | Muss nichts beweisen |
| Strenge Zulassung (BfArM/EMA) | Nur Registrierung nötig |
| Kontrollierte Studien | Keine Studien erforderlich |
| Definierte Wirkstoffe | "Kann enthalten..." |
Kräutersäfte sind Futtermittel – sie müssen nicht wirken, nur "sicher" sein.
Die Deklaration ist formal korrekt
Das ist der Knackpunkt: Es steht ja drauf!
- "Sensorische Zusatzstoffe: Aromastoffe" → Steht da, nur versteht es keiner
- "Feuchtigkeit 85%" → Steht da, nur rechnet keiner nach
- "ADMR-konform" → Stimmt, ist nur kein Qualitätsmerkmal
- "Xanthangummi (E415)" → Steht da, nur weiß keiner was es bedeutet
Die Fakten sind deklariert. Der Kunde könnte es wissen – er versteht es nur nicht.
7. Kräutersaft vs. getrocknete Kräuter
| Merkmal | Kräutersäfte | Getrocknete Kräuter |
|---|---|---|
| Wirkstoffgehalt | Stark verdünnt (5-10%) | Konzentriert (100%) |
| Konservierung | Notwendig (oft versteckt) | Nicht nötig bei richtiger Trocknung |
| Qualitätskontrolle | Selten standardisiert | Arzneibuchqualität möglich (Ph. Eur.) |
| Preis pro Wirkstoff | Hoch (viel Wasser mitgekauft) | Günstig |
| Haltbarkeit | Begrenzt, nach Öffnung kurz | Lang (kühl, trocken, dunkel) |
| Lagerung | Oft Kühlung nötig | Raumtemperatur |
| Transparenz | Oft unklar (Extrakte, Aromen?) | 100% sichtbar was drin ist |
| Gewicht | Schwer (75-98% Wasser) | Leicht (8-12% Feuchtigkeit) |
❌ Kräutersäfte – Die Nachteile
- Versteckte Konservierungsstoffe
- Oft Aromaöle statt echte Kräuter
- Stark verdünnt (viel Wasser)
- Teuer pro Wirkstoff
- Begrenzte Haltbarkeit
- Kühlung oft erforderlich
- Intransparente Herstellung
- Hohes Gewicht durch Wasseranteil
✓ Getrocknete Kräuter – Die Vorteile
- Keine Konservierung nötig
- 100% echte Kräuter
- Volle Wirkstoffkonzentration
- Günstig pro Wirkstoff
- Lange haltbar
- Einfache Lagerung
- Transparente Qualität (Ph. Eur.)
- Leicht und kompakt
Wann Kräutersäfte sinnvoll sein können
Es gibt wenige Situationen, in denen flüssige Präparate Vorteile haben:
- Pferde mit Schluckproblemen: Können keine festen Kräuter aufnehmen
- Sehr mäkelige Fresser: Akzeptieren manchmal Flüssiges besser
In diesen Fällen: Auf transparente Deklaration achten und beim Hersteller nach Konservierung und Wirkstoffgehalt fragen!
Häufig gestellte Fragen
Sind alle Kräutersäfte schlecht?
Nicht grundsätzlich, aber sie haben systembedingte Nachteile. Flüssige Produkte brauchen Konservierung – das ist physikalisch unvermeidbar. Die Frage ist nur, ob der Hersteller das transparent kommuniziert. Wenn ein Hersteller behauptet „ohne Konservierungsstoffe" und das Produkt trotzdem monatelang haltbar ist, solltest du skeptisch sein. Es gibt seriöse Hersteller, die offen mit der Konservierung umgehen – aber auch dann bleiben die Nachteile wie Verdünnung und höhere Kosten pro Wirkstoff.
Wie erkenne ich, ob ein Produkt echte Kräuter oder nur Aromen enthält?
Achte auf die genaue Formulierung in der Zutatenliste: „Thymianextrakt" oder „Thymian" bedeutet echte Pflanze. „Thymianaroma", „natürliches Aroma" oder „ätherisches Thymianöl" bedeutet, dass nur der Geruch/Geschmack, aber nicht das vollständige Wirkstoffspektrum enthalten ist. Frage im Zweifel beim Hersteller nach: Wie viel Gramm der echten Pflanze sind in einem Liter enthalten? Wenn keine Antwort kommt oder ausgewichen wird, ist Skepsis angebracht.
Warum sind getrocknete Kräuter besser?
Getrocknete Kräuter haben mehrere entscheidende Vorteile: Volle Wirkstoffkonzentration ohne Verdünnung durch Wasser. Keine Konservierung nötig – bei sachgerechter Trocknung sind sie von Natur aus haltbar. Qualität kontrollierbar – bei Arzneibuchqualität (Ph. Eur.) sind Mindestgehalte an Wirkstoffen garantiert. Günstiger pro Gramm Wirkstoff. Transparenz – du siehst und riechst, was du fütterst.
Was bedeutet Arzneibuchqualität (Ph. Eur.)?
Das Europäische Arzneibuch (Pharmacopoea Europaea) definiert verbindliche Qualitätsstandards für pflanzliche Drogen. Kräuter in Arzneibuchqualität erfüllen: Definierter Mindestgehalt an Wirkstoffen (z.B. min. 1,2% ätherisches Öl bei Thymian). Geprüfte Reinheit – Grenzwerte für Schwermetalle, Pestizide, mikrobielle Belastung. Botanische Identität – sichergestellt, dass es sich um die richtige Pflanzenart handelt. Kontrollierte Verarbeitung – Trocknung und Lagerung nach Standards. Das ist der Goldstandard für Kräuterqualität.
Können Konservierungsstoffe meinem Pferd schaden?
Bei gelegentlicher Aufnahme sind die üblichen Konservierungsstoffe für die meisten Pferde unbedenklich. Problematisch wird es bei täglicher Fütterung über längere Zeiträume: Die Leber muss die Stoffe ständig abbauen, was eine zusätzliche Belastung darstellt. Besonders bei Pferden mit Stoffwechselproblemen, Leberbelastung oder Allergien kann das problematisch sein. Einige Pferde reagieren auch direkt mit Unverträglichkeiten auf bestimmte Konservierungsstoffe (z.B. Kaliumsorbat). Warum das Risiko eingehen, wenn es Alternativen ohne Konservierung gibt?
Mein Pferd frisst keine trockenen Kräuter – was tun?
Die meisten Pferde gewöhnen sich an Kräuter, wenn man sie langsam einschleicht – mit kleinen Mengen beginnen und über 1-2 Wochen steigern. Hilfreiche Tricks: Kräuter mit etwas Wasser anfeuchten oder unter das Kraftfutter mischen. Mit einem Leckerli oder Apfelstück kombinieren. Bei sehr mäkeligen Pferden: Geschmacksintensive Kräuter wie Fenchel oder Anis können die Akzeptanz verbessern. Wirklich hartnäckige Verweigerer sind selten – meist ist es Gewöhnungssache.
Wie lange sind getrocknete Kräuter haltbar?
Bei sachgerechter Lagerung (kühl, trocken, dunkel, luftdicht) sind hochwertige getrocknete Kräuter 12-24 Monate haltbar – ohne jede Konservierung. Die ätherischen Öle verflüchtigen sich zwar langsam, aber bei Arzneibuchqualität ist selbst nach einem Jahr noch genügend Wirkstoff vorhanden. Wichtig: Nach Öffnung zügig aufbrauchen (idealerweise innerhalb von 3-6 Monaten) und immer gut verschließen. Im Vergleich dazu müssen geöffnete Kräutersäfte oft innerhalb von 4-6 Wochen verbraucht werden.
Was ist 1,2-Propandiol und warum ist es in manchen Kräutersäften?
1,2-Propandiol (auch Propylenglykol) ist ein synthetisches Lösungsmittel und Feuchthaltemittel. Es wird in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie verwendet, um Feuchtigkeit zu binden und als Trägerstoff für Aromen und Extrakte zu dienen. Es hat auch konservierende Eigenschaften. In der EU ist es als Futtermittelzusatzstoff zugelassen. Problematisch ist: Ein Produkt, das mit "natürlichen Inhaltsstoffen" wirbt und Propandiol enthält, führt den Verbraucher in die Irre. Propandiol ist ein chemisch hergestellter Stoff, der in getrockneten Kräutern nicht nötig ist.
Warum kosten manche Kräutersäfte über 80€ pro Monat?
Weil du hauptsächlich für Wasser, Verpackung und Marketing zahlst – nicht für Wirkstoffe. Rechne selbst: Ein Saft mit 75% Wassergehalt besteht zu drei Vierteln aus Wasser. Von jedem Euro, den du ausgibst, fließen also etwa 75 Cent in... Wasser. Die tatsächlichen Kräuterextrakte machen nur einen Bruchteil aus. Die hohen Preise werden oft durch aufwändiges Marketing ("Premium", "Natur", "seit Jahrhunderten bewährt") und exklusive Vertriebswege gerechtfertigt – nicht durch den Inhalt.
Was bedeutet "ADMR konform" wirklich?
ADMR steht für Anti-Doping und Medikamentenkontroll-Regeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). "ADMR-konform" bedeutet ausschließlich, dass das Produkt keine Substanzen enthält, die bei Turnieren verboten sind. Du darfst es also vor Wettkämpfen füttern. Was es NICHT bedeutet: Es ist kein Qualitätsmerkmal, keine Wirksamkeitsgarantie, keine Zertifizierung und kein Hinweis auf echte Kräuterinhaltsstoffe oder definierten Wirkstoffgehalt. Leitungswasser wäre auch "ADMR-konform" – das macht es nicht wirksam. Wenn ein Hersteller mit "ADMR-konform" wirbt, lenkt er oft davon ab, dass echte Qualitätsmerkmale wie Arzneibuchqualität fehlen. Mehr Infos: FN Anti-Doping Regelwerk
VOTANA – 100% getrocknete Kräuter in Arzneibuchqualität
Keine Säfte, keine Konservierungsstoffe, keine Aromaöle. Bei VOTANA bekommst du echte Kräuter mit garantiertem Wirkstoffgehalt.