Das Sonnenkraut für hormonelle Balance – Wirkung, Anwendung & warum Wechselwirkungen wichtig sind
Schnellantwort: Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eines der bekanntesten Heilkräuter mit Wirkung auf die Stimmung. Die goldgelben Blüten enthalten Hypericin und Hyperforin, die den Serotonin Stoffwechsel beeinflussen. Bei Pferden kann Johanniskraut hormonell bedingte Stimmungsschwankungen ausgleichen – besonders bei Stuten mit Rosseproblemen oder Wallachen mit Hengstmanieren. Wichtig: Johanniskraut kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Bei Pferden unter tierärztlicher Behandlung vorher Rücksprache halten!
Pflanzensteckbrief: Johanniskraut
Botanischer Name: Hypericum perforatum
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Volksnamen: Tüpfel Johanniskraut, Herrgottsblut, Hexenkraut, Sonnwendkraut
Verwendeter Pflanzenteil: Blühendes Kraut (Hyperici herba)
Hauptinhaltsstoffe: Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, ätherische Öle
Traditionelle Anwendung: Stimmungsaufhellung, Nervenstärkung, Hormonbalance
Besonderheit: Eines der wenigen Kräuter mit nachgewiesener Wirkung auf den Serotonin-Stoffwechsel
1. Geschichte & Mythologie des Johanniskrauts
Johanniskraut gehört zu den ältesten bekannten Heilpflanzen Europas. Sein Name leitet sich vom Johannistag (24. Juni) ab – dem Höhepunkt der Blütezeit zur Sommersonnenwende.
Traditionelle Bedeutung
In der Volksmedizin galt Johanniskraut als "Sonnenspeicher" – die Pflanze sammle das Licht des längsten Tages und könne so die dunklen Seiten der Seele erhellen. Diese symbolische Deutung spiegelt wider, was die moderne Wissenschaft bestätigt hat: Johanniskraut beeinflusst tatsächlich die Botenstoffe, die unsere Stimmung regulieren.
Der Name "Herrgottsblut"
Wenn du Johanniskrautblüten zwischen den Fingern zerreibst, färben sie sich rot. Dieser rote Farbstoff ist das Hypericin – einer der wichtigsten Wirkstoffe. Früher glaubte man, es sei das "Blut Christi", daher der Volksname "Herrgottsblut".
Veterinärmedizinische Tradition
Bereits in historischen Aufzeichnungen findet sich Johanniskraut als Heilmittel für Tiere. Besonders bei nervösen, ängstlichen oder "launischen" Pferden wurde es eingesetzt – eine Anwendung, die sich bis heute bewährt hat.
2. Inhaltsstoffe & Wirkung
Die Wirksamkeit von Johanniskraut beruht auf einem komplexen Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe:
| Inhaltsstoff | Wirkung |
|---|---|
| Hypericin | Roter Farbstoff, beeinflusst Dopamin Stoffwechsel, photosensibilisierend |
| Hyperforin | Hauptwirkstoff für Stimmungseffekte, hemmt Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin, Noradrenalin |
| Flavonoide | Antioxidativ, entzündungshemmend (Quercetin, Rutin, Hyperosid) |
| Ätherische Öle | Beruhigend, krampflösend |
| Gerbstoffe | Schleimhautschützend, verdauungsfördernd |
So wirkt Johanniskraut auf die Stimmung
Johanniskraut ist ein sogenannter Wiederaufnahmehemmer – aber ein natürlicher und sanfter. Im Gehirn kommunizieren Nervenzellen über Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Nach der Signalübertragung werden diese Botenstoffe normalerweise schnell wieder in die Zelle aufgenommen.
Hyperforin verlangsamt diese Wiederaufnahme. Dadurch bleiben die Botenstoffe länger im synaptischen Spalt verfügbar – die Signalübertragung wird verstärkt und stabilisiert. Das Ergebnis: Eine ausgeglichenere Stimmungslage.
Bei Pferden ist dieser Mechanismus besonders interessant für hormonell bedingte Verhaltensänderungen, da Hormone und Neurotransmitter eng zusammenwirken.
3. Anwendung beim Pferd
Wann kann Johanniskraut helfen?
Johanniskraut ist besonders interessant für Pferde mit hormonell bedingten Stimmungsschwankungen:
Stuten mit Rosseproblemen
- Zickigkeit und Unausgeglichenheit während der Rosse
- Stimmungsschwankungen im Zyklus
- Rossige Verhaltensweisen außerhalb der Rosse
- Empfindlichkeit und Überreaktionen
Wallache mit Hengstmanieren
- Übertriebenes Interesse an Stuten
- Imponiergehabe und Unruhe
- Hormonell bedingte Aggression
- Unkonzentriertheit durch hormonelle Reize
Dosierung in Ergänzungsfuttermitteln
Johanniskraut wird beim Pferd fast ausschließlich in Kombination mit anderen Kräutern eingesetzt – nicht als Einzelkraut. In fertigen Kräutermischungen für die Hormonbalance ist es sinnvoll dosiert und auf die Synergie mit anderen Pflanzen abgestimmt.
Vorteile der Kombination
Johanniskraut entfaltet seine beste Wirkung in Kombination mit anderen hormonausgleichenden Kräutern wie Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Schafgarbe. Diese ergänzen sich in ihrer Wirkung und ermöglichen eine niedrigere Einzeldosierung bei gleichzeitig breiterem Wirkspektrum.
Wirkungseintritt
Johanniskraut ist kein Akutmittel. Die Wirkung baut sich über mehrere Wochen auf:
- Erste Effekte: Nach 2-3 Wochen kontinuierlicher Fütterung
- Volle Wirkung: Nach 4-6 Wochen regelmäßiger Gabe
- Empfohlene Kur-Dauer: Mindestens 8-12 Wochen für nachhaltige Effekte
4. Wechselwirkungen – Was du unbedingt wissen solltest
⚠️ Wichtig: Johanniskraut beeinflusst Medikamente!
Johanniskraut aktiviert bestimmte Leberenzyme (Cytochrom P450), die auch viele Medikamente abbauen. Das bedeutet: Medikamente können schneller abgebaut werden und dadurch weniger wirksam sein. Wenn dein Pferd unter tierärztlicher Behandlung steht, sprich vor der Fütterung von Johanniskraut unbedingt mit deinem Tierarzt!
Bekannte Wechselwirkungen beim Pferd
| Medikamentengruppe | Mögliche Wirkung |
|---|---|
| Sedativa (z.B. Detomidin, Xylazin) | Wirkung kann verstärkt oder verändert werden |
| Schmerzmittel (NSAIDs) | Abbau möglicherweise beschleunigt |
| Antiparasitika | Wirksamkeit könnte beeinflusst werden |
| Antibiotika | Bei manchen Wirkstoffen Wechselwirkungen möglich |
| Hormonpräparate (z.B. Regumate®) | Abbau kann beschleunigt werden → verminderte Wirkung |
Faustregel für die Praxis
Wenn dein Pferd regelmäßig Medikamente bekommt, solltest du vor der Fütterung von Johanniskrauthaltigen Produkten immer deinen Tierarzt fragen. Bei einmaliger Medikamentengabe (z.B. Wurmkur, Impfung) ist in der Regel kein Problem zu erwarten – aber im Zweifel lieber nachfragen.
5. Lichtempfindlichkeit – Mythos oder echtes Risiko?
Johanniskraut enthält den Farbstoff Hypericin, der photosensibilisierend wirken kann. Das bedeutet: Er macht die Haut empfindlicher gegenüber UV Licht. In der Veterinärmedizin ist die "Johanniskrautkrankheit" bei Weidetieren bekannt.
Wann besteht ein Risiko?
❌ Hohes Risiko
- Pferd frisst große Mengen frisches Johanniskraut auf der Weide
- Hellhäutige Pferde (Schimmel, Schecken mit rosa Haut)
- Wenig pigmentierte Hautbereiche (Nüstern, Maul)
- Intensive Sonneneinstrahlung
✓ Sehr geringes Risiko
- Getrocknetes Kraut in Ergänzungsfuttermitteln
- Übliche Dosierungen in Kräutermischungen
- Pferde mit dunkler Haut/Pigmentierung
- Kombination mit anderen Kräutern (niedrigere Einzeldosis)
Fazit zur Photosensibilität
Bei den üblichen Dosierungen in hochwertigen Ergänzungsfuttermitteln ist eine Photosensibilisierung sehr unwahrscheinlich. Die Mengen sind viel zu gering, um diesen Effekt auszulösen. Trotzdem: Hellhäutige Pferde mit viel rosafarbener Haut sollten im Hochsommer bei sehr intensiver Sonneneinstrahlung beobachtet werden.
6. Qualitätsmerkmale bei Johanniskraut
Wie bei allen Heilkräutern gilt auch beim Johanniskraut: Qualität entscheidet über Wirksamkeit.
Worauf achten?
| Kriterium | Arzneibuchqualität | Mindere Qualität |
|---|---|---|
| Pflanzenteile | Blühendes Kraut mit Blüten | Nur Stängel, ohne Blüten |
| Hypericin Gehalt | Definierter Mindestgehalt | Nicht standardisiert |
| Aussehen | Gelb-grüne Farbe, erkennbare Blüten | Bräunlich, nur Stängelreste |
| Geruch | Aromatisch, würzig-herb | Muffig oder geruchlos |
| Prüfung | Auf Schwermetalle, Pestizide, Keime geprüft | Keine dokumentierte Prüfung |
Unser Anspruch bei VOTANA
Für HORMONSTABIL verwenden wir ausschließlich Johanniskraut in Arzneibuchqualität (Ph. Eur.). Das bedeutet: Definierter Mindestgehalt an Wirkstoffen, dokumentierte Herkunft und geprüfte Reinheit. So stellst du sicher, dass dein Pferd tatsächlich wirksame Inhaltsstoffe bekommt – nicht nur "grünes Pulver".
7. Johanniskraut in HORMONSTABIL
In unserer Rezeptur HORMONSTABIL ist Johanniskraut ein wichtiger Baustein im Zusammenspiel mit sieben weiteren Kräutern:
Die HORMONSTABIL Rezeptur
Acht sorgfältig ausgewählte Kräuter in Arzneibuchqualität: Johanniskraut, Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schafgarbe, Damiana, Liebstöckel, Melisse und Gänsefingerkraut.
Phytotherapeutischer Ansatz: Die Kräuter wurden nach traditionellem Wissen und modernen phytotherapeutischen Erkenntnissen kombiniert. Alle Kräuter stammen aus kontrolliertem Anbau und erfüllen die Anforderungen des Europäischen Arzneibuchs.
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8. Häufige Fragen zu Johanniskraut beim Pferd
Wie wirkt Johanniskraut beim Pferd?
Johanniskraut beeinflusst den Serotonin-, Dopamin- und Noradrenalin-Stoffwechsel im Gehirn. Bei Pferden kann es die Stimmung stabilisieren, hormonelle Schwankungen ausgleichen und zu mehr innerer Ruhe beitragen – besonders bei rossebedingter Unausgeglichenheit.
Darf ich Johanniskraut mit anderen Medikamenten kombinieren?
Vorsicht! Johanniskraut kann die Wirkung vieler Medikamente beeinflussen, da es Leberenzyme aktiviert. Bei Pferden unter medikamentöser Behandlung (z.B. Sedativa, Schmerzmittel, Regumate®) sollte vor der Fütterung unbedingt der Tierarzt konsultiert werden.
Macht Johanniskraut mein Pferd lichtempfindlich?
Bei den üblichen Dosierungen in Ergänzungsfuttermitteln ist Photosensibilisierung sehr unwahrscheinlich. Diese tritt vor allem auf, wenn Pferde große Mengen frisches Johanniskraut auf der Weide fressen – besonders hellhäutige Pferde mit wenig Pigmentierung.
Wie schnell wirkt Johanniskraut beim Pferd?
Johanniskraut ist kein Akutmittel! Erste Effekte zeigen sich nach 2-3 Wochen kontinuierlicher Fütterung. Die volle Wirkung entfaltet sich nach 4-6 Wochen. Für nachhaltige Ergebnisse empfehlen wir eine Kur von mindestens 8-12 Wochen.
Ist Johanniskraut für Turnierpferde erlaubt?
Nein! Johanniskraut ist dopingrelevant eingestuft. Karenzzeit vor Turnierteilnahme einhalten.
Kann ich Johanniskraut auch einzeln füttern?
Theoretisch ja, aber wir empfehlen die Fütterung in einer abgestimmten Kräutermischung wie HORMONSTABIL. Der Grund: Johanniskraut wirkt am besten in Kombination mit anderen hormonausgleichenden Kräutern. So werden verschiedene Wirkmechanismen angesprochen und die Einzeldosierung kann niedriger gehalten werden.
Kann ich Johanniskraut ganzjährig füttern?
Ja, Johanniskraut kann als Teil einer Kräutermischung ganzjährig gefüttert werden. Viele Pferdebesitzer machen gute Erfahrungen mit einer kurweisen Anwendung: 3-4 Monate füttern, dann 4-6 Wochen Pause, dann wieder beginnen. So bleibt die Wirksamkeit erhalten.
Hilft Johanniskraut auch bei Angst und Nervosität?
Johanniskraut kann bei leichter Nervosität unterstützend wirken, ist aber primär ein Stimmungsausgleicher. Bei akuter Angst oder starker Nervosität sind Kräuter wie Baldrian, Hopfen oder Melisse oft besser geeignet (NERVENSTARK). Für hormonell bedingte Verhaltensänderungen (z.B. rossige Stute, hengstige Wallache) ist Johanniskraut hingegen eine sehr gute Wahl.